Donnerstag, 22. Januar 2009

Pulau Rinca, Nusa Tenggara, Indonesien


Schon in Anflug (mit einer Propellermaschine) auf Flores bekamen wir einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage erwarten sollte: Unendliche viele tropische Inseln, teilweise von Sandstrand, teilweise von Korallenriffen umgeben, dazwischen das türkisfarbene Meer. Vom Flugzeug aus sieht das Meer spiegelglatt und ruhig aus, tatsächlich gibt es hier aber starke Strömungen und die unruhigen Gewässer gehören zu den gefährlichsten Indonesiens. Insbesondere zwei der Inseln, Rinca und Komodo, sind berühmt sind für ihre prominenten (und nicht ungefährlichen) Bewohner, die Komodo Dragons, in freier Wildbahn lebende Warane die gut 3 bis 4 Meter lang werden.
Rinca war dann auch unser Ziel bereits am nächsten Tag.






Von Labuanbajo auf Flores charterten wir einen Kutter, der zwei Stunden lang zwischen den Inselchen vor der Küste von Flores hindurch tuckerte (tolle Fahrt inclusive Delphine die vor dem Boot aus dem Wasser hüpften) bevor wir Rinca erreichten. In letzter Minute war noch Victor an Board gekommen, ein Ranger der auf Rinca arbeitet und der gerade auf dem Weg in die Arbeit war. Später stellte sich heraus, das dieser hervorragend English sprechender junger Mann unser Begleiter auf Rinca werden würde.

Zunächst wurden wir aber dort von einer Affenherde begrüßt, die es auf Victors Bananen abgesehen hatten. Das nächste Empfangskomitee wartet im Dorf unter der Küche – ein ausgewachsener männlicher Komodo Dragon (etwa 25 Jahre alt), zwei etwas jüngere Weibchen und ein nur ein paar Jahre altes Jungtier. Sebastian ließ sich gar nicht mehr trennen von diesem Anblick, und geduldig erzählte uns Victor einiges über die Lebensweise dieser Tiere (nach dem Schlüpfen klettern die Jungen erst mal auf die Bäume – damit sie nicht von den eigenen Eltern gefressen werden! Erst nach ein paar Jahren kommen sie wieder herunter.) und wartete bis wir genug Fotos gemacht hatten.




Danach ging es los auf einen 5 km Trek durch Dschungel und unglaublich grünes Grasland. Einen guide mitzunehmen ist verpflichten, nicht nur weil die Treks nicht ausgeschildert sind sondern vor allem als Schutz gegen die Komodo Dragons. Zu diesem Zweck trug Victor auch einen Stock mit sich – um die Tiere im Ernstfall auf Abstand halten zu können. Tatsächlich trafen wir während der zwei Stunden Wanderung auf 4 Komodo Dragons in freier Wildbahn – und keinen davon hätten wir selber gesehen wenn unser guide nicht plötzlich stehengeblieben wäre und uns darauf hingewiesen hätte das wir nur einige Meter von einem Exemplar stünden.



Aber die Warane waren nicht das einzige was es zu bestaunen gab. Die Landschaft auf Rinca ist absolut umwerfend, recht gebirgig so dass man immer wieder ein gigantischen Ausblick auf Flüsse, Täler und Grasland hat, im Hintergrund das Meer und weitere Inseln. Und alles in diesem unglaublich strahlendem grün. Das wäre allerdings nur zur Regenzeit so, also jetzt, erklärte uns Victor, in der Trockenzeit verschwindet das Grün und die Landschaft erscheint staubig und vertrocknet in Rot- und Brauntönen. Auch waren die Drachen nicht die einzigen Vierbeiner, die wir zu Gesicht bekamen, denn auf der Insel wurden Rehe, Pferde und Wasserbüffel ausgewildert – um die Nahrungsgrundlage der Warane sicherzustellen!







Auf dem Rückweg nach Labuanbajo machten wir noch Stop vor einer der vielen kleinen Inseln zum Schnorcheln. Sebastian war von diesem Plan am Anfang wenig angetan, war aber dann, nachdem er seine Wasserscheu mal überwunden hatte, gar nicht mehr aus dem Wasser zu bekommen. Und der Blick in die Tiefe war aber auch überweltigend. Korallenriffe so weit das Auge reichte, mit unzähligen kleinen und etwas größeren Fische in allen Formen und Farben die sich an den Riffen tummelten. Eben wirklich wie bei „Findet Nemo“. Kapitän Sirius wusste eben, wo zu dieser Tages- und Jahreszeit die besten Schnorchelplätze zu finden sind.



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