Sonntag, 31. August 2008

Leben und Sightseeing in Singapur



你好! (in unserer Schrift "ni hao", heißt "Hallo" auf madarin)

Gerade sitze ich in meinem Zimmer im Studentenwohnheim, trinke „fresh-kiwi-juice-ice-blend“ und überlege ob ich heute Abend lieber chinesisch, japanisch, tailändisch, indisch oder vegetarisch essen gehe. Oder doch lieber muslimische Küche? Oder lieber free-food aus der Nachbarresidenz, weil dort heute jeder Cluster mit einem Gericht zum Abendessen beiträgt? Der erste richtige Sonnenbrand ist inzwischen schon wieder fast ganz verheilt und Picasa überträgt gerade die Bilder von Indonesien auf meinen PC. Der Schreibtisch ist zugemüllt mit Blättern aus meinem Quanteninformations - theorie-Projekt. Lauter Bras und Kets und n-dimensionale Kugelkoordinaten.

Heute vor genau einem Monat bin nach Singapur geflogen, höchste Zeit also etwas über das Leben und die Sehenswürdigkeiten hier und über das lustige Völkchen das hier lebt zu erzählen. Auf den ersten Blick ist Singapur vor allem warm, feucht und groß. Aber natürlich stecken viel mehr Facetten dahinter.


Aber nun erst mal ein paar Wörter zu den oben erwähnten Schlagworten. An die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit im Freien habe ich mich sehr schnell gewöhnt – etwas schwerer tue ich mich mit den Temperaturen in Hörsälen, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln. Die sind, dank „aircon“ etwa 10 Grad kälter. Nun mag 22 Grad auf den ersten Blick nach einer angenehmen Temperatur klingen, aber wenn man sich an die Temperaturen im Freien gewöhnt hat ist es einfach nur unglaublich kalt. So kommt meine gefütterte Jacke also hier doch noch zum Einsatz ;-)
Singapur gilt hier in der Region als der Prototyp einer funktionierenden „Multikulti“ – Gesellschaft. Da es eine unglaublich junge, große Stadt ist besteht sie de facto nur aus Einwanderern der umliegenden Regionen. Die Schwierigkeiten einen „eingeborenen Singapurianer“ zu finden beginnen schon bei der Definition. Reicht es hier geboren zu werden oder müssen die Eltern auch aus Singapur stammen? Und jemanden zu finden der aus der dritten Generation Einwanderern stammt ist schon praktisch unmöglich. Das Ganze hat natürlich viele Vorteile aber bringt auch einige Schwierigkeiten mit sich.




Zum einen bringen die verschiedenen kulturellen Hintergründe der Einwanderer einen unglaublichen kulturellen Reichtum in diese Stadt. Das sieht man in der Architektur, an den verschiedenen Stadtteilen (Little India und Chinatown sind sicherlich die bekanntesten), den verschiedensten Gotteshäusern die nebeneinander stehen, in der Kunst, in dem Leben auf der Straße, an den vielen verschiedenen Sprachen die hier durch die Gegend schwirren (wie – du sprichst NUR deutsch, englisch und französisch? – das sind ja nur drei Sprachen!) und eigentlich an jedem Aspekt des täglichen Lebens. Unter anderem z.B. am Essen. Es gibt hier unglaublich tolles, unglaublich verschiedenes und unglaublich günstiges Essen. Es ist z.B. deutlich günstiger chinesisch essen zu gehen als selber zu kochen. Essen gibt es nicht nur in sogenannten großen Foodcourts sondern auch in kleinen Foodstalls auf der Straße. Ob komplette Gerichte, frisches Obst (das ist immer etwas abenteuerlich – standardfragen: What to you call it? How do you eat it? Can you really eat this part? What was the name again?. Meine neue Lieblingsfrucht ist glaube ich Rambutan – schmeckt wie eine Kreuzung aus Litschi und Grapefruit und sieht von außen knallrot und stachelig aus) oder fresh fruit juice (kiwi juice… hmmmm…. Banana juice…hmmm….aber Papaya juice…bäääh) – alles sooo lecker und soooo billig. Deutlich billiger als selber kochen übrigens, was dazu führt das ich normalerweise essen gehen und nur um das kochen willen selber mal koche. Zum Beispiel letzten Mittwoch, als wir einen malayischen Geburtstagskuchen gebacken haben. Nennt sich "kuih" und wird nicht im Ofen gebacken sondern im Topf gedämpft und enthält weder Kuhmilch noch Eier noch Hefe - aber war sehr lecker! Und man trifft eben an jeder Straßenecke Leute aus China, Malaysia, Indonesien, Philippinen… und erfährt so ne ganze Menge über die Kultur dort und was man unbedingt sehen sollte wenn man mal hinfährt und was lieber nicht. Selbst wenn man Singapur nicht verlässt lernt man hier doch schon eine ganze Menge über ganz Südostasien. Trotzdem ist Singapur extrem verschieden vom restlichen Teil Südostasiens, zumindest was ich bisher gesehen habe. Aber dazu später mehr.




Aber natürlich gibt es auch Aspekte der verschiedenen Kulturen die sich nicht so einfach vermischen lassen bzw. nicht so einfach nebeneinanderher existieren können. Das heißt, sie können schon aber sie sollten vielleicht besser nicht. Worauf ich hiermit anspiele ist die Sprache. Man sollte meinen Englisch wäre Englisch, Chinesisch wäre Chinesisch (und mandarin wäre mandarin und kantonese wäre kantonese) und Malay wäre Malay und man müsse sich halt für eine Sprache entscheiden wenn man was sagen will. Weit gefehlt! Man auch durchaus alles zusammen und gleichzeitig sprechen, das Resultat nennt sich dann „Singlish“ – aus „Singapur“ und „English“. Die Grundlage ist glaube ich schon irgendwie englisch, aber ich tue mich sehr schwer damit richtiges Singlish zu verstehen. Das Problem sind dabei weniger die neuen Wortschöpfungen (z.B. wird am Satzende gerne ein „-lah“ angehängt um die Aussage zu betonen), denn ein paar Vokabeln mehr könnte man schon lernen. Das Problem ist eher das von jedem Wort nur etwa die ersten drei Buchstaben ausgesprochen werden und von jedem Satz nur etwa zwei Drittel des Satzes – der Rest wird verschluckt. Man vermeidet so natürlich sämtliche Grammatikprobleme aber das Verständnis ist doch etwas erschwert. Hinzukommt eine sehr chinesische Aussprache. Ich habe mich ein ganzes Tutorial lang gewundert was für seltsame tropische Tiere „ma“ und „au“ sind, bis ich durch nachlesen der Aufgabenstellung im Buch herausgefunden habe dass wir gerade die Lebenszyklen von „mice“ und „owls“ simulieren. Auch habe ich eine Weile gebraucht um herauszufinden was die Dame am Foodstall jedesmal wieder von mir wollte : „Taiauaiohavihi?“ Soll heißen: „Take away or having here?“. Übrigens habe nicht nur ich dieses Sprachprobleme sondern auch die verschiedenen Einwanderergruppen zwischen einander. Dieses Kommunikationsproblem senkt auch notgedrungen das Niveau der Universitätsvorlesugen etwas. Naja, ich lerne dazu und nehme mir ganz fest vor meinen komischen deutsch-irischen Akzent zu behalten.



Was ist hier noch richtig typisch Singapur? Verglichen mit dem Rest Südostasiens hat dieser Stadtstaat extrem viel Geld und scheut auch nicht davor es zu reinvestieren. Sämtliche Technik ist auf dem neusten Stand (zumindest deutlich moderner als München/TUM..). Während die TU es nun vor einem Jahr endlich geschafft hat Mensakarte und Bibliothekskarte auf einem Studentenausweis zu vereinigen läuft hier schon seit Jahren alles mit einer Karte. Getränkeautomaten, Zugang zu den verschiedensten Räumen, Schwimmbad zutritt, Bibliothekssystem, Computer (Übirgens komplett mit Vista, Mathematica, Mathlab…. und top-gewartet, hab noch keinen abstürzen sehen), Healthcare Centre – eben das komplette Leben auf dem Campus. Mit einer(!) weiteren Karte hat man dann zusätzlich die gesamten öffentlichen Verkehrsmittel (die Bahnen verkehren im 3min-Takt, auf manchen Strecken übrigens führerlos) , Drucker und Kopierer abgedeckt. Außerdem kann man an vielen Automaten und Geschäften bargeldlos damit zahlen. Und in München haben wir Streifenkarten…..!
Apropos „alles in einem“: Was auch noch (zumindest vom Prinzip her) ganz klasse ist, ist das sogenannte „IVLE“ – System, steht für Integrated Virtual Learning Invironment. Man geht auf die homepage, loggt sich ein (wär häts gedacht, mit der Nummer die auf der Studentcard draufsteht mit der man ja alles auf dem Campus machen kann + natürlich Passwort) und hat dann da – alles. Persönlicher Stundenplan mit Räumen, eine Liste der Vorlesungen wo man dann auch die Infos zur Vorlesung, das jeweilige Prüfungssystem, die aktuellen Mitteilungen und Hausaufgaben, die Lecture notes (gibt’s zu jeder Vorlesung, ist hier Pflicht), die Prüfungstermine, etc. Will man ein Module hinzufügen oder eines aus seinem Studenplan entfernen – alles online über das System. Teilweise auch Hausaufgabenabgabe bzw. Online-Prüfungen. Vom Prinzip also total genial – in der Praxis hat es einen Haken: Hat irgendwer verpennt irgendwo was einzutragen bricht alles zusammen. Will man ein Modul hinzufügen und es steht nicht in der Liste oder ein Dozent hat verpeilt den Raum für die Vorlesung anzugeben – großen Gerenne von einem Office zum nächsten, Schlange stehen, freundliche Antwort bekommen die aber nicht weiterhilft, nächstes Office…. Das Ganze ist glaub ich auch ein ganz großes singapurianisches Hobby, aber dazu wann anders mehr wenn ich von der Uni erzähle. Aber vom Prinzip her, wie gesagt, perfekt. Nix da in die Uni fahren um zu gucken ob irgendwo Notenlisten mit Matrikelnummern aushängen…


Manchmal treiben diese total ausgefeilten System jedoch schon seltsame Blüten. So habe ich z.B. meine letzten Hausaufgaben per sms von meinem Dozenten gekommen. Da war ich erst mal sehr verwirrt – woher hat der meine Nummer??? Aber Singapurianer haben noch ein weiteres ganz großes Hobby: Daten sammeln. Insbesondere Zahlen. Telefonnummern, Adressen, Next-of-kin-information, Geburtsdatum, Matrikelnummer, Ausweißnummer, sämtlichen anderen Zahlen die irgendwo auf dem Ausweis stehen, Emailadressen und Blutgruppe gehören noch zu den harmlosesten Sachen. Manchmal frage ich mich, was die mit den ganzen Daten anstellen, aber wenn ich dann eine sms von meinem Dozenten bekommen ist das natürlich schon ein Hinweis. Das tolle IVLE – System kann also auch sms verschicken.
Wie ganz oben schon mal erwähnt lieben die Singapurianer Sauberkeit und Sicherheit. Außerdem wird hier sehr viel Wert auf Umweltschutz und Naherholungsgebiete gelegt. Das ist natürlicherweise in einem Stadtstaat etwas schwierig und Singapur hat einige interessante, sehr verschiedene Lösungsansätze dafür gefunden:



Sentosa ist kleine Insel vor der Südküste Singapurs mit traumhaften Sandstrand und Kokosnusspalmen. Es gibt bloß einen kleinen Haken: Die komplette Südküste Singapurs ist ein gigantischer Umschlaghafen. Achja, und der Sand von dem traumhaften Sandstrand ist von Malaysien importiert. Passt irgendwie alles nicht ganz zusammen? Typisch Singapur. Sentosa ist defacto komplett künstlich angelegt worden. Zwar existierte an der Stelle schon irgendwie von Natur aus eine Insel aber die wurde vergrößert und komplett modelliert und umgebaut.



Das Ganze ist ein riesiger Erlebnispark, der aber ziemlich verzweifelt versucht natürlich zu wirken. Zum Beispiel findet man doch auf Gebirgswegen oft quergelegte Baumstämme die in steilem Gelände Treppenstufen bilden. Auf Sentosa gibt’s was ähnliches – aber die „Baumstämme“ sind aus Beton gegossen. Aber eben so modelliert dass sie aussehen wie Baumstämme, mit Astlöchern und allem. Willkommen auf dem Naturlehrpfad in Sentosa. Aber der Strand ist trotzdem super, auch wenn er aus Malaysien kommt und das Wasser ist wunderschön warm. Einige Meter vor der Küste Sentosas liegen noch einige kleinere Inseln – als Wellenbrecher, als Sichtschutz damit man die großen Tanker nicht so sehr sieht und damit man unauffällig eine Ölbarriere dazwischen spannen kann…



Viel besser gefallen hat mir Bukit Timah Nature Reserve / MacRitchie Reservoir. Das ganze ist eine riesige Seenlandschaft umgeben vom primären und sekundärem Regenwald – mitten in der Stadt. Neben diesem Bild stammt übrigens auch das Bild ganz am Anfang von diesem Blogeintrag von dort.



Die Seen dienen als Trinkwasservorrat für Singapur und daher ist die Wasserqualität hervorragend und es wird viel Wert auf Umweltschutz gelegt. Auf Stegen (um das Ökosystem nicht zu stören) kann man direkt am Ufer entlang laufen und dabei Schildkröten, Vögel, Eidechsen, Affen und natürlich jede Menge grün bewundern.



Direkt in der Nähe liegen auch „Singapore Zoo“ und „Night Safari“. Aufgrund eines „Zahle 2 und Kriege 3“ – Angebotes habe ich inzwischen schon alle beide und auch den „Bird Park“ gesehen. Zoo und Bird Park sind denke ich selbsterklärend, Night Safari ist im Wesentlichen ein Nachtzoo.



Das Besondere daran für mich waren weniger die Tiere selber (obwohl es schon ganz schön war, nachtaktive Tiere mal aktiv zu erleben) sondern eher das Wandern von einem Gehege zum nächsten, nachts durch tropische Vegetation. Alle drei sind wunderschön angelegt (natürlich, wir sind ja in Singapur), wobei ich fast das Gefühl hatte das mehr Wert auf den optischen Eindruck als auf artgerechte Tierhaltung gelegt wurde. Dieser pädagogische Makel wird dafür in den „Shows“ ausgeglichen.




Diese finden mehrmals am Tag statt, Eintritt frei und sind eigentlich wirklich gut. Man sieht die Tiere sehr nah beeindruckende Kunststücke vorführen und kriegt ein bisschen was über "tribal culture" mit. Dafür muss man sich durch die ganze Show hinweg ständig „Don’t litter“, „protect their environment“, etc. anhören. Aber das ist nicht unüblich für Singapur, wo der Premierminister in seiner National-Day-Ansprache die Bevölkerung dazu auffordert ihr Tablett nach dem Essen wegzuräumen, und wo man in der U-Bahn alle paar Minuten dazu aufgefordert wird auf „suspecious looking persons or articles“ zu achten. Ein sehr interessantes, lustiges Völkchen eben .

Donnerstag, 14. August 2008

Kuala Lumpur

Wie versprochen hier nun einige Eindrücke von meinem Wochenende in Kuala Lumpur (Hauptstadt von Malaysia, letzten Freitag bis Sonntag). Nachdem wir (mal wieder eine Gruppe aus Austauschstudenten) uns am Donnerstag entschlossen hatten, dieses letzte komplett uni-freie Wochenende für eine etwas längere Tour (Kuala Lumpur liegt ca 350 km nördlich von Singapur) zu nutzen und es Donnerstag abend sogar tatsächlich geschafft hatten sowas wie einen Busfahrplan nach Kuala Lumpur im Internet zu finden gings dann am Freitag um 7 Uhr morgens los. Nach einigem Hin und Her und einigen Diskussionen mit Ticketverkäufern bekamen wir dann sogar tatsächlich Tickets für den Bus (zumindest für die Hinfahrt) und es konnte losgehen. Singapur und Malaysia sind über eine große Brücke verbunden, so dass die Fahrt zunächst übers Meer (mit Blick auf viele kleinere Inseln und Landzungen) und dann durch Palmenwälder, Bananenplantagen, Zuckerrohrpflanzen und tropischen Regenwald nach Norden ging. Nach etwa 5 Stunden Fahrtzeit, in denen man kaum ein Haus außer vereinzelten Tankstellen zu Gesicht bekam erreichten wir Kuala Lumpur.
Kuala Lumpur ist das absolute Gegenteil von dem menscheleeren, naturbelassenen tropischen Regenwald, den wir zuvor aus dem Busfenster gesehen hatten. Plötzlich fanden wir uns mitten im Großstadt – Dschungel wieder.


Auf Markt- plätzen und an den Straßen- rändern drängen sich kleine Buden von Straßen- verkäufern, die laut ihre Waren anpreisen und vorbeigehende Passanten fast schon belagern mit ihren „special offers“. Mitten zwischen diesesn kleinen und kleinsten Buden und Häusern ragen riesige Wolkenkratzer in den Himmel (z.B. Petronas Towers, 84 Stockwerke).


Dazwischen befindet sich in einigen Metern Höhe das sehr effiziente, im Minutentakt verkehrende Nahverkehrssystem der Stadt, „Rapid KL“, eine Monorail Bahn die vom Aussehen etwas an eine Miniaturversion des Transrapids erinnert (is aber natürlich keine Magnetschwebebahn). Auch Busse gibt es, allerdings steht da nicht drauf wo sie hinfahren sondern sondern an der Bustür steht ein „Beifahrer“, der das Ziel laut ausruft und versucht Passanten zum Einsteigen zu bewegen. Auch Taxifahrer warten nicht bis man von selbst auf die Idee kommt ein Taxi zu rufen . Allerdings haben die Taxi’s und Busse einen deutlichen Nachteil gegenüber der Monorailbahn – sie stehen vor allem bei Stoßzeiten sehr schnell im Stau. Den das Verkehrsaufkommen in dieser Stadt ist einfach nur gigantisch. Die meisten Straßen sind drei- bis vierspurig, erinnern also eher an Autobahnen, und werden recht wild über Brücken und Tunnel auf allen möglichen Höhen miteinander verbunden. Eine zweidimensionale Straßenkarte ist hier mehr irreführend als hilfreich. Ampeln gibt es zwar in rauhen Mengen, sie dienen aber eher der Verzierung des Stadtbildes als zur Regulierung des Verkehrs. Den Fehler, bei grün einfach loszulaufen, macht man nur einmal und erntet dafür dann Reifenquietschen und erbostes Hupen. Stattdessen passt man sich recht schnell an die Gewohnheiten der Einheimischen an: Warten bis etwas kommt was man mit viel Fantasie als Lücke identifizieren kann und dann selbsbewusst loslaufen und die Straße so Spur per Spur überqueren. Bei Kreuzungen, an denen 2 vierspurige Straßen aufeinandertreffen kann das durchaus eine Weile dauern. Während wir uns schon irgendwie etwa so fühlten als würden wir gerade ein Autobahnkreuz per Fuß überqueren, schien das für die Einheimischen recht selbstverständlich. Für längere Strecken ist diese Fortbewegungsart aber irgendwann doch relativ anstrengend, weswegen wir recht bald für längere Strecken auf Monorailbahn (Kosten: 20 Cent) und Taxi (30 cent pro person) umstiegen.

Für mich ist Kuala Lumpur eine Stadt der Gegensätze: Winzige Wellblechhütten zwischen den ganz schmale Gassen hindurchführen und die schon beim Anschauen fast auseinanderfallen stehen neben riesigen Wolkenkratzern und mehrspurigen Straßen.
Auf Markt- plätzen in Chinatown, Little India und im sog. malayischen Viertel und an Straßen- ecken werden Obst, Gemüse, Süßig- keiten, Klamotten (größteteils gefälschte Markenprodukte), Schuhe, Seidenstoffe und Gemüße für wenige Cent bis ein paar Euro verkauft, dagegen zahlt man in riesigen, modernen, „westlichen“ Einkaufszentren durchaus mehr als für vergleichbare Ware in Deutschland. In dem Hostel mit fast schon familärer Athmosphäre in dem wir geblieben sind, haben wir ca. 3€ pro Übernachtung im Zweibettzimmer gezahlt – eine Straßenecke weiter stehen dann riesige Hotels, wie Hilton Kuala Lumpur.
Die riesigen Straßen sind vollgestopft mit modernen, teuren Autos neben Blechkisten und vor allem jede Menge Mopeds, auf denen wirklich alles, von Kind bis Kegel, transportiert wird. In vielen Bereichen der Stadt ist die Luft aufgrund der ganzen Abgase kaum noch atembar, dagegen gibt es einen anderen Bereich der Stadt, Lake Garden, eine riesiege Parklandschaft mit Hisbiskus- und Orichdeengärten, Schmetterlingpark, Mousedeergehege, Vogelpark… in der die Großstadt unendlich weit weg erscheint. Und dann natürlich auch die Lage der Stadt selbst – eine Großstadt (dagen ist München ein Kaff!) mitten im Nichts. Insgesamt also eine unglaublich faszinierende Stadt – aber keine in der ich auf Dauer leben möchte, da ist mir dann Singapur doch deutlich lieber . Was beiden Städten aber gemeinsam ist, ist der Kontrast zwischen Tradition und Moderne, auch wenn er in Kuala Lumpur deutlich ausgeprägter ist, und die unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Wobei die Straßenhändler in Kuala Lumpur natürlich schon etwas versuchen, die Touris abzuzocken…
Würde ich hier alles aufzählen, was wir in den drei Tagen dort alles gesehen und gemacht haben, würde ich garantiert meine nächsten paar Vorlesungen verpassen, deswegen hier nur ein paar Highlights: Von einem Einheimischen haben wir uns erklären lassen wie das Handeln auf dem Markt funktioniert und sind dann auch gleich losgezogen und haben fleißig geübt. Das Ergebnis davon war dass ich jetzt nicht mehr alle vier Tage waschen weil der Inhalt meines Kleiderschrankes sich verdoppelt hat . Der meines Schuhschrankes (wenn ich denn so was besäße) übrigens auch ;-).
Auch eine weitere ganz tolle Sache haben wir auf dem Markt entdeckt: Ein Becken, in dem ganz viele ca. 5cm lange Fische schwimmen. Für etwa einen Euro kann man dort seine Füße reinstecken und dann kommen die ganzen Fische angeschwommen und knabbern die tote Haut weg. Hört sich vielleicht etwas eklig an ist aber richtig super, vor allem nach einem Wochenende an dem wir wirklich viel umhergelaufen sind. Angenehme Fußmassage (wenn auch am Anfang etwas kitzlig) und Blasen, Hornhaut, Dreck – alles weg.
Ein ganz besonderes Erlebnis war auch der Besuch in einem Hindu-Tempel. Barfuß betritt man einen großen Innenhof, in der Mitte befindet sich der eigentliche Tempel und außenrum findet z.B. die Essensvergabe statt. Das ganze ist sehr lebendig, die Leute sitzen und stehen am Boden und auf den Stufen, unterhalten sich und essen dabei. Überall laufen Kinder aller Alterstufen rum.
Wir wurden sofort auf- gefordert, doch auch etwas von dem Essen zu probieren. Erst lehnten wir dankend etwas halbherzig ab, wir hatten ja gerade schon gegessen und wollten hier nicht unverschämt reinplatzen und das Essen wegessen. Aber recht bald waren wir von einer Gruppe Indern umringt die schon fast darauf bestanden dass wir uns auch was nehmen sollten. Also nahm ich mir ein Bananenblatt und ließ mir ein Reisgericht und Teigringe draufgeben, dazu gab es eine Brühe zum tunken. Gegessen wurde mit den Fingern, was erstaunlich gut funktionierte, weil der Reis sehr klebrig war. Und lecker war’s auch noch, aber das bin ich ja von der Gegend hier nicht anders gewohnt. (Obwohl Chicken Feet schon etwas gewöhnungsbedürftig sind…)

Übrigens waren wir nicht nur in dem Hindu-Tempel sondern wurden auch in eine tibetische Gemeinde eingeladen, wo Mönche einen sehr, sehr langen Gesang vortrugen. Ich glaube es handelte sich dabei um so etwas ähnliches wie die Fürbitten bei uns.


Ein Rückfahrticket für Sonntag zu bekommen gestaltete sich schwieriger als erwartet, da der Samstag in Singapur Feiertag war und jede Menge malaysische Singpuris die Gelegenheit genutzt hatten übers Wochenende nach Hause zu fahren. Aber mit einer Mischung aus English, Händen, Füßen und Ellbogen ließ sich auch das regeln und so kam ich am Sonntag, 10 Uhr abends, wieder im Wohnheim an. Montag war dann mein erster Uni-Tag an der NUS

Montag, 11. August 2008

Pulau Ubin

Sitze gerade im Freien vor meinem Hörsaal und warte auf die nächste Vorlesung. Seit heute haben die Vorlesungen angefangen und es herrscht im Moment noch ziemliches Chaos. Aber gerade funktioniert meine WLAN Verbindung aus irgendwelchen Gründen nicht, deswegen kann ich mich eh erst drum kümmern wenn ich wieder daheim bin. Also kann ich derweil noch ein bisschen was erzählen von letzter Woche.

Am Donnerstag war ich mit einer Gruppe Austauschstudenten in einer Spontanaktion auf Pulau Ubin, einer kleinen Insel (ich glaube 10 Quadratkilometer groß) vor der Ostküste. Man kommt für 3 Dollar (1,50 €) per Boot hin (Fähre kann man das schon nicht nennen, dazu ist es zu klein). Dort haben wir uns Fahrräder gemietet und haben dann per Rad und per Fuß (je nach Weg ;-)) die Insel erkundet. Als wir die Fahrradverleihstelle, die noch etwas touristisch war (obwohl man sich bei 3 € pro Tag pro Fahrrad nicht wirklich beschweren kann), verlassen hatten kam ich mir vor wie auf einer Zeitreise 100 Jahre in die Vergangenheit.



Die Insel ist zu einem sehr großen Teil Naturschutzgebiet und auch im übrigen Teil der Insel hat man darauf geachtet möglichst alles in seinem ursprünglichen Zustand zu lassen. Mit Außnahme einiger geteerten Straßen und Stegen durch die Sumpfgebiete, die dem Naturschutz dienen und Besucher daran hindern sollen alles zu zertrampeln. Aber auf diesen Straßen und Stegen (und teilweise auch auf Schotterwegen, ausgewaschen Fahrrinnen und Trampelpfaden) fährt man dann durch tropischen Regenwald und durch Mangrovenwälder, an vereinzelten Plantagen und ehemaligen Steinbrüchen, Wellblech- & Holzhütten vorbei um schließlich auch an der Küste entlang zu fahren.



Die meisten Strände lassen sich gar nicht betreten sondern nur von Stegen aus bewundern, und dementsprechend unberührt sehen sie dann auch aus. Teilweise Sand-, teilweise felsige Strände, gesäumt von Mangrovenwäldern, Palmen und lauter Pflanzen von denen ich nicht die geringste Ahnung habe wie sie heißen aber die ganz tolle bunte Blüten und Früchte und riesige Blätter haben. Wenn man etwas aufmerksam ist, lässt sich auch das eine oder andere einheimische Tier entecken. Neben jeder Menge Schmetterlinge und Vögel haben wir dabei auch einen Leguan (oder Rieseneidechse oder irgendsowas in der Art) entdeckt.






Mittags setzte dann ein heftiger Regenschauer ein, der aber, wie es für Singapur typisch ist, nach etwa einer halben Stunde wieder vorbei war. Wir überstanden ihn daher in einer Hütte am Meer, die heute ein Museum beherbergt, relativ trocken. Nach einem chinesischen Mittagessen machten wir uns auf einen weiteren Teil der Insel zu erkunden und als wir gerade so wirklich mitten im Nichts waren, fing es so richtig an zu schütten. Und schütten ist gar kein Audruck, das Wasser kam in solchen Massen vom Himmel als würde da oben gerade jemand seine Badewanne auskippen. Ich war innerhalb von Sekunden so nass wie man sonst selbst im Schwimmbad nicht wird und die Wege verwandelten sich plötzlich in Bäche. Nachdem die Bäume bei den Wassermassen absolut null Schutz boten, sind wir im Weltrekordtempo zur nächsten Schutzhütte geradelt . Klatschnass bestaunten wir von dort aus die Wassermassen und wie die Hütte mehr und mehr zu einer Insel in einem schlammigen Meer wurde. Zum Glück ist es hier ja immer warm, deswegen war nass sein nicht weiter schlimm. Aber anstatt nach einer halben Stunde aufzuhören, wie es sich für ein anständiges singapurianisches Gewitter gehört, schüttete es einfach immer weiter. Nach einiger Zeit wollten wir deswegen einfach zur Bootsstation zurückfahren, nass waren wir ja eh schon. Aber da fingen plötzlich um uns herum Kokosnüsse von den Bäumen zu fallen, also beschlossen wir lieber zu warten als von einer Koskusnuss erschlagen zu werden. Stattdessen verbrachten wir unsere Zeit damit (ohne Werkzeug - nur mit bloßen Händen und einem Stein, da wir nix da hatten!) eine Kokusnuss zu öffnen und zu verspeisen. Hat noch nie so lecker geschmeckt ;-).




Übrigens habe ich bei dieser ganzen Aktion eine Physikstudentin aus Karlsruhe kennengelernt, die mich gefragt hat ob ich nicht Lust hätte am folgendem Tag mit nach Kuala Lumpur (Malaysien) zu kommen… Forsetzung folgt ;-).

Donnerstag, 7. August 2008

Eindrücke

Singapur ist wirklich eine äußerst faszinierende und bemerkenswerte Stadt. Und zwar in jeder erdenklichen Hinsicht. Sowohl was die Mentalität der Menschen anbelangt, als auch was die Architektur und das Leben der Stadt betrifft. Es ist schwierig, das Besondere an Singapur hier in ein paar Zeilen hinzuschreiben. Stattdessen will ich versuchen lieber ein paar Beispiele und Erlebnisse die ich in den letzten Tagen hatte hier anführen.
Singapur wurde in früheren Zeiten oft „ Garden City“ genannt, vor allem wegen den Botanischen Gärten, dem Japanischen und Chinesischen Garten, den Zoos… - heute wird viel Wert darauf gelegt diesen Titel umzuändern in „City in a Garden“. Und das trifft es eigentlich ganz gut. Man stelle sich Singapur als idyllische Insel im warmen Meer vor, bedeckt mit tropischen Regenwald, und aus diesem Wald sprießen einige außergewöhnlich hohe „Bäume“ - ca. 30-Stöckige moderne (eigentlich sehr schöne) Hochhäuser. Außerdem finden sich zwischen dem ganzen grün auf der Insel jede Menge ein bis zweistöckige Häuser – Foodstalls, kleine Verkaufsbuden, Tempel, Wohnhäuser mit integrierten kleinen Geschäften, Chinatown, Little India… Eigentlich spielt sich das ganze Leben dieser Stadt also im „Erdgeschoss“ statt, die Hochhäuser (v.a. Banken, Bürogebäude) wirken auf den ersten Blick etwas deplaziert aber genau diese Mischung aus Tradition und Moderne macht einen wichtigen Teil des Reizes dieser Stadt aus.



Chinatown. Ich war abends dort, mit einem Chinesen, Jimmy, der seit diesem Semester in Singapur studiert. Ausnahmsweise also streng genommen kein Exchange Student. Damit hatte ich dann auch gleich einen fachkundigen Führer, was vor allem bei der Fülle an völlig unbekannten aber sehr leckerem Essen sehr von Vorteil war. Abends ist dieser Stadtteil ganz besonders schön. Die schmalen Gassen sind von roten Lampinions beleuchtet die überall hängen, zusätzlich strahlt aus den Buden warmes Licht. Drinnen findet man zahlreiche Budda – Statuen, feine Stoffe und natürlich jede Menge ganz tolles Essen. Natürlich ist ein Teil davon Touri – Kitsch. Aber Chinatown ist auch immernoch das Einkaufsviertel und Ausgehviertel für einen Großteil der Chinesen die hier wohnen, und so sind gerade in den Abendstunden , wenn es etwas kühler ist, die Gassen sehr belebt. Überhaupt passiert das meiste auf den Straßen vor den Buden. Hier wird gehandelt, diskutiert und gegessen.

Direkt in der Nähe von Chinatown liegt Little India, und so sind wir während unseres Chinatown – Besuches mehr oder weniger aus Versehen in einem Hindu-Tempel gelandet. Wie man es schafft aus Versehen in einem Tempel zu landen? Nun ja, der Tempel war eigentlich mehr ein Innenhof als alles andere, von außen war der für Laien nur durch den riesigen Haufen Schuhe vor dem Eingang (also mitten auf der Straße…) zu erkennen. Drinnen waren jede Menge Menschen, also wollten wir auch mal gucken. Also Schuhe aus und barfuß rein. Drinnen waren dann jede Menge Inder aller Altersgruppen. In einer Ecke verteilte eine Frau eine weiße, recht dickflüssige Masse in Plastikbechern. Ich kam mir erst recht verloren vor, ich war glaub ich der einzig europäisch-amerikanisch-aussehende Mensch da drin. Doch als ich einen neugieren Blick zu der Frau mit den Plastikbechern warf, fragte sie mich gleich ob ich probieren möchte. Es handelte sich um eine Art Milchreis mit mehr Milch als Reis, und es wurde die komplette Schlange übersprungen damit ich gleich meinen Becher bekam. Außerdem wurden wir eingeladen doch noch etwas da zu bleiben. Das ist halt Freundlichkeit und Gastfreundschaft in Singapur. Wir blieben noch ein bisschen, bis irgendeine Feierlichkeit begann und alle wussten was sie zu tun hatten außer wir – da wurde es dann doch etwas unheimlich ;-). Aber ich hab fest vor irgendwann nochmal hinzuschauen, nachdem wir ja nun schon eingeladen wurden.
Heut in der U-Bahn hatte ich auch ein interessantes Erlebnis. Ich war mit noch einigen Austauschstudenten unterwegs und wir unterhielten uns über mögliche Ausflugsziele für die nächste Zeit. Plötzlich mischte sich eine Frau neben uns in Gespräch ein, und meinte sie hätte uns nun schon eine Weile zugehört und da sie schon eine ganze Weile hier lebe, müsse sie uns unbedingt empfehlen nach Pulau Ubin zu fahren, einer Insel vor der Nord-Ost-Küste. Tatsächlich waren wir gerade auf genau dem Weg dahin und sie erzählte uns, was wir da unbedingt machen sollten, welche anderen Ziele wir noch aufsuchen sollten, worauf wir in Singapur sonst noch so achten sollten… am Ende (etwa 20 min später, als wir aussteigen mussten), gab sie uns ihre Visitenkarte und meinte wir könnten jederzeit anrufen wenn wir mal Hilfe bräuchten. Das ist zwar hier mehr als Floskel zu verstehen, aber trotzdem – in einer Münchner U-bahn ist mir sowas selten passiert.
Auf Pulau Ubin war’s dann auch wirklich sehr fantastisch. Aber davon wann anders mehr, es ist jetzt ein Uhr morgens und in fünf Stunden muss ich aufstehen für nen Tripp nach Malaysia.

Dienstag, 5. August 2008

Ankommen

Mein Abflug aus München ist nun schon fast eine Woche her und inzwischen habe ich hier in Singapur den wichtigsten bürokratischen Krempel erledigt - also Zeit mich mal hier zu melden. Ich hab mich hier inzwischen an der Uni eingeschrieben, mein Visum bekommen und mein Zimmer im Studentenwohnheim. Vor allem bei letzterem hab ich richtig Glück gehabt - habe ein "Type A Room" bekommen, das bedeutet mit eigenem Bad (naja, eher Nasszelle) und Klimaanlage :-).
Aber ich sollte vielleicht mal von vorne anfangen: Letzten Donnerstag ging's in München los, Freitag morgen um halb 6 (Ortszeit) sind wir in Doha gelandet - das Thermometer sagte 35° im Schatten. Wir (ich war mit noch 4 anderen TU-lern im Flieger) haben uns dann am Flughafen ein Auto gemietet und sind in die Stadt reingefahren. Ein typischer Touristenbummel durch die Stadt gestaltete sich aber dann bei inzwischen 47°C im Schatten etwas schwierig, weswegen wir uns auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrierten und die Strecken dazwischen immer per Auto zurücklegten (das hatte nämliche eine fantastische Klimaanlage).





Die Mittagszeit verbrachten wir im Schatten am Meer unter einer Palme liegend, und Nachmittags fuhren wir etwas aus der Stadt raus. Viel zu sehen gabs da natürlich nicht, ist ja "nur" Wüste und Strand. Ziemlich dreckiger Strand allerdings. Baden waren wir nicht, wir hätten wahrscheinlich schon beim Umziehen Sonnenbrand bekommen ;-). Am Abend, als sich die Temperatur dann langsam wieder den 40° näherte (von oben kommend), schauten wir uns schließlich noch einen recht lebhaften Markt an. Um diese Uhrzeit kamen dann auch die Einheimischen langsam aus ihren Häusern und es war eine richtig schöne Stimmung.







Die Einheimischen dort waren sowieso sehr freundlich. Zunächst war es natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, die Männer in den langen weißen Roben und die Frauen (wenn sie denn überhaupt auf der Straße waren, tagsüber haben wir sogut wie gar keine gesehen) komplett in schwarz und verschleiert. Somit sind wir natürlich sofort aufgefallen, es waren außer uns kaum Touris in der Stadt aber ich glaube gar nicht sosehr unangenehm aufgefallen. Ein junger Mann hat uns gefragt ob er sich mit uns fotographieren lassen kann und ein anderer hat uns zum Tee eingeladen, der dann auch wirklich sehr lecker war. Das Essen war überhaupt fantastisch. Besonders toll fand ich "Puris", das ist sowas wie frittierte Pfannkuchen mit Dipps und wir haben uns davon (zum Frühstück) zu fünft für 3€ sattgegessen...
Nachts um halb eins ging dann unser Weiterflug nach Singapur. Als wir dort gegen Mittags Ortszeit ankamen war es zwar warm, aber im Vergleich zu Doha äußerst angenehm. Perfektes Aklimatisierungsprogramm also ;-). In Singapur hab ich seitdem vor allem Bürokratie-Zeugs erledigt, mein Wohnheim und den Campus kennengelern und den öffentlichen Nahverkehr. Der ist wirklich gut. 7-minuten Takt bei den u-bahnen und die Shuttle - Busse auf dem Campus (in Singapur läuft man selbst relativ kurze Strecken nicht zu Fuß sondern nimmt den Bus - ist auf Dauer sonst wirklich anstrengend) fahren etwa im 5 - min Takt. Wenn nicht sogar noch öfter. Alles läuft über elektronische Tickets, die man beim Ein- und Aussteigen kurz auf den Kartenleser halten muss. Außer die Shuttle-busse, die sind kostenlos. Die Anmeldung an der Uni und das Visum holen hat mich etwas an Asterix und Obelix in diesem Verrückten-Haus erinnert. Man hole das Formular A64 und laufe dann damit.... Zum Glück sind die Leute hier EXTREM hilfsbereit, man braucht bloß fragend gucken (was ich hier irgendwie am Anfang ziemlich oft getan habe) und schon ist jemand da der helfen will. Heute beim Visum beantragen war die Schlange etwa 150m lang - und das obwohl wir vor der Öffnungszeit da waren! Aber dann gings doch relativ schnell.
Außerdem habe ich mir hier in Singapur den Bird Park, Chinatown und Orchard Road (große Einkaufsstraße) schon angeschaut. Es ist schon eine echt witzige Stadt. Riesige, moderne Hochhäuser (pidgeon nests) wachsen zwischen ganz kleinen buden und tempeln hervor, die alle nur ein oder zweistöckig sind. Und überall "Food stalls" wo man für ganz wenig Geld ganz tolles Essen kriegt. Meistens muss man allerdings einfach auf das deuten was gut aussieht - 98% der Sachen hab ich noch nie gesehen. Und auch jede Menge grün in der Stadt - vor allem Palmen. Kein Wunder bei dem Wetter hier.
Das Wohnheim hier liegt direkt auf dem Campus und ist einfach riesig. Es wohenen ca. 1500 Studenten hier, es gibt einen eigenen Supermarkt, großen Sportbereich, Kantine (wobei Kantine ist das falsche Wort - es gibt nämlich gutes(!) Essen), gerüchteweise einen Swimmingpool aber den hab ich noch nicht gefunden und jede Menge Aufenthaltsräume. Werde hier bei Gelegenheit mal Photos online stellen.