Drei Tage Singapur, nochmal Koffer umpacken, Einkaufen gehen, ein Besuch in Jurong Bird Park und bei meinem alten Wohnheim.... und am 29.1. um 2 Uhr morgens Ortszeit geht's dann schon wieder über Doha nach München - am Abend des 29. (deutsche Zeit) sollten wir dann wieder im Lande sein.
Bis bald!
Montag, 26. Januar 2009
Samstag, 24. Januar 2009
Back in S'pore
7:30 morgens am 22. Januar starteten wir unsere Rückreise aus Kanawa, beinahe 24 Stunden und 10 Verkehrsmittel später erreichten wir Surabaya (Java). Dort hatten wir einen Tag Puffer eingeplant vor unserem Rückflug nach Johor Bahru, Malaysia aber die Reise verlief erstaunlich problemlos. Die einzige Komplikation (unser Bus hatte um 1 Uhr morgens eine Panne und der Busfahrer schraubte etwa 3 Stunden daran herum bevor's weiterging) war tatsächlich eher zu unserem Gunsten, da wir so gegen 6 Uhr anstatt gegen 3 Uhr morgens in Surabaya ankamen.
Surabaya selber, zweitgrößte Stadt Indonesiens, hat zwar sicher eine Menge Verkehr und der "Fluss" der durch die Stadt fließt ist eine einzige Drecksbrühe aber die Stadt hat durchaus ihren Charm. Unter anderem ein riesiges russisches U-Boot welches mitten in der Stadt steht.
Sebastian wollte unbedingt noch ein paar T-shirts kaufen, aber nachdem wir den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen waren und jede Menge gesehen hatten aber keinen Kleidermarkt gaben wir es schließlich auf und fuhren zurück zum Hotel - nur um festzustellen das es direkt vor unserer Haustür einen Nightmarket gab - T-shirts und Pullis. Naja, besser spät als nie. Es gab sogar Discount dafür das er den gleichen Vornamen wie Schweinsteiger hatte - typisch Indonesien. Wobei wir am Flughafen auch noch einen Local trafen der Neben Ballack, Schweinsteiger und Beckenbauer auch den Namen Helmut Kohl kannte, da war ich schon beeindruckt.
Am nächsten morgen dann über JB zurück nach Singapur - schon komisch wieder hier zu sein. Für die paar Tage haben wir uns bei Ben einquartiert, der in ein paar Stunden nach Cambodia fliegt. Muss morgen erst mal versuchen 40 Kilo auf 20 zu komprimieren...
Surabaya selber, zweitgrößte Stadt Indonesiens, hat zwar sicher eine Menge Verkehr und der "Fluss" der durch die Stadt fließt ist eine einzige Drecksbrühe aber die Stadt hat durchaus ihren Charm. Unter anderem ein riesiges russisches U-Boot welches mitten in der Stadt steht.
Sebastian wollte unbedingt noch ein paar T-shirts kaufen, aber nachdem wir den ganzen Tag durch die Stadt gelaufen waren und jede Menge gesehen hatten aber keinen Kleidermarkt gaben wir es schließlich auf und fuhren zurück zum Hotel - nur um festzustellen das es direkt vor unserer Haustür einen Nightmarket gab - T-shirts und Pullis. Naja, besser spät als nie. Es gab sogar Discount dafür das er den gleichen Vornamen wie Schweinsteiger hatte - typisch Indonesien. Wobei wir am Flughafen auch noch einen Local trafen der Neben Ballack, Schweinsteiger und Beckenbauer auch den Namen Helmut Kohl kannte, da war ich schon beeindruckt.
Am nächsten morgen dann über JB zurück nach Singapur - schon komisch wieder hier zu sein. Für die paar Tage haben wir uns bei Ben einquartiert, der in ein paar Stunden nach Cambodia fliegt. Muss morgen erst mal versuchen 40 Kilo auf 20 zu komprimieren...
Pulau Kanawa, Indonesia
Kanawa, eine kleine Insel (in einer Stunde kann man gut einmal außen rum laufen) eine gute Bootsstunde von Labuanbajo entfernt und der Ort an dem wir die letzen drei Tage unserer Reise verbringen sollten. Die Insel ist unbewohnt, bis auf eine handvoll einfacher Bungalows und ein Restaurant. Tropischer Sandstrand, Palmen und ein hervorragendes Riff zum Schnorcheln und fantastische Sonnenauf und -untergänge – der Traum einer einsamen Insel in den Tropen.
Viel zu tun gibt es hier nicht und das ist genau der Punkt. Die einzige „Sehenswürdigkeit“ ist die Unterwasserwelt – ein Korallenriff das sich vom Sandstrand aus gut 100m ins Meer hinausstreckt, Heimat für Riesenmuschel (einen knappen Meter Durchmessser!), Seesterne (rote und blaue, auch bestimmt 30cm groß), Krabben, Seeigel, Seeanemonen und natürlich Fische in allen Formen und Farben (darunter auch Katzenhaie und Snapper, Nemo-Fische und Skorpionfische). An unserer Lieblingsstelle, quasi direkt vor unserem Bungalow, war das Riff nur etwa 1m unter der Wasseroberfläche, hatte aber metertiefe Schluchten in denen es nur so wimmelte von Fischen, und da waren auch richtig große dabei. An einer anderen Stelle traf man regelrecht große Fischschwärme an, bestimmt über hundert Fisch stark. Manche bestanden aus relativ kleinen Fischen, aber auch Schwärme aus gut 20cm – Brocken waren dabei – auf den ersten Blich wirkte dieser Schwarm wie ein dunkeler, fast unheimlicher Schatten unter uns.
Bemerkenswert war außerdem ein kurzer Ausflug zu einer der Nachbarinseln, im wesentlichen ein winziger Flecken Land mitten im Meer mit einer kleinen Fischersiedlung. Die Fischer dort waren hauptsächlich Muslime, aber viel stärker war der Einfluss der Vergangenheit dieses Volksstammes (Bajo people) als Seezigeuner. Kopftücher haben wir kaum gesehen, dafür wurde unser Boot als wir wieder ablegen wollten regelrecht geentert von Horden an kleinen Jungs, die uns bis zum Steg gefolgt waren, dort sofort ihre Kleidung abschmissen und ins Wasser sprangen. Auch schon davor war der Empfang überaus herzlich und nicht nur die Kinderschar die uns umringte sondern auch die älteren Leute die uns aus der Haustür zuwinkten schienen sich über unsere Anwesenheit zu freuen. Dazu trug bestimmt auch bei das wir gleich zwei Leute dabei hatten die fließend Indonesisch sprachen, eine deutsche Studentin die in Jakarte studiert und einen australischen Kapitän, der mit 15 beim Surfen auf Bali in Indonesien hängen geblieben war.
Der Kapitän war sowieso die beste Abendunterhaltung, hatte zu jedem Stichwort eine Seemansgeschichte parat und konnte uns auch erzählen wie der Fisch hieß, der am Nachmittag aus dem Meer geholt wurde und zu Abend auf dem Teller landete. Auch als wir bei einer Insel-Endeckungstour auf eine Schlange trafen (woraufhin wir schleunigst den Rückzug antraten und einen großen Bogen um die Stelle machten, hier gibt es nun mal nicht nur Blindschleichen) konnte er sie sofort als „Sea Snake“
identifizieren und kommentierte noch „deadly“. Gut zu wissen....
West Flores by motorbike, Homestay in Nunang Village (Indonesia)
Flores – Gebirgsketten mit tropischem Regenwald auf den Bergflanken, tiefgrüne Reisfelder in den Tälern und hin und wieder kleine Dörfchen. Einen Vorgeschmack auf diese Landschaft hatten wir schon vom Flieger und vom Boot bekommen, jetzt wollten wir per Motorrad selber mittenrein. Aber der Trip sollte mehr werden als nur ein Landschaftserlebnis. Als wir am morgen auf die „Trans-Flores-Highway“ starteten hatten wir keine Ahnung das wir das Moped in einem Dorf am Ende einer recht katastrophalen „Straße“ abstellen würden, um dann zu Fuß zu einem Kratersee aufzusteigen und dann dort oben in dem Dorf bei einer Familie die Nacht verbringen würden.A Homestay – the backpacker code for crashing on someones doorstep.
Die erste Heraussforderung war jedoch erst mal ein Moped zu bekommen. Zwar versichterten uns die Locals, es wäre „no problem“ ein motorbike zu mieten, allerdings gab es keinen Motorrad Verleih als solches sondern am Ende hatte der Veranstalter der Rinca-Tour vom Vortrag einen Freund, der gewillt war für ein paar Tage auf sein Motorrad zu verzichten. So standen wir dann mit dem Moped eines Jugendlichen da, der von Motorrädern offensichtlich noch weniger Ahnung hatte als ich aber der trotzdem versucht hatte sein Gefährt aufzumotzen. Sprich die wesentlichen Bestandteile (wie Motor) in katastrophalem Zustand aber dafür poliert und geputzt mit der Zahnbürste. Damit starteten wir dann auf den Trans-Flores-Highway, eine schmale aber aspahltierte Straße die sich in engen, steilen Serpentinen einen Berg nach den andern hochkämpft um dann auf de anderen Seite ebenso steil und unübersichtlich wieder in die Tiefe zu führen. In mancher Kurve musste ich hinten mitsamt Rucksack schnell abspringen oder Sebastian musste die Füße von den Rasten nehmen und anschieben um zu verhindern dass wir rückwärts wieder runterrollten. Das lag zum einen bestimmt am Zustand des Motors, zum anderen aber auch daran, dass die Straßen gebaut sind für Locals, die dann einfach mit einer halsbrecherischen Geschwindig da hochheizen so dass sie in den Kurven noch genug Schwung haben um hochzukommen.
Aber für dieses gelegentliche Abspringen und Schieben wurden wir durch die Landschaft durch die wir fuhren mehr als entschädigt. Tropischer Regenwald, Reisfelder, kleine Dörfer mit Kindern die schreiend und winkend rausgerannt kommen als wir vorbeifuhren. Und immer wieder wurde das erklimmen einer Bergflanke mit einer gigantischen Aussicht auf Berge, Reisfelder und im Hintergrund das Meer belohnt.
Es kommen wohl nicht viele Touris auf die verrückte Idee diese Strecke mit dem Moped zu fahren, und so waren wir eine rechte Local-Attraktion und hatten schon bald „Geleitschutz“. 'Ein paar Jungs auf Mopeds die wohl eh mehr oder weniger in die gleiche Richtung wollten und die uns ein Stück begleiteten, uns anboten den Rucksack für uns zu fahren, geduldig warteten wenn wir foto-pause machten, hin und wieder versuchten ein kleines Gespräch mit uns anzufangen aber es ansonsten einfach genossen vorneweg mit uns hinterher durch das nächste Dorf zu fahren und somit bestimt das Gesprächsthema Nummer eins für die nächsten paar Tage dort zu werden.
Am Straßenrand waren auch immer wieder kleine Stände aufgebaut, Wasser, Benzin in Plastikflaschen und vor allem immer wieder frische Rambutan, Ananas oder andere tropische Früchte. Meist wurde auf einer Strecke von ein paar hundert Metern immer wieder die selbe Frucht angeboten, und wenn man genau hinschaute konnte man im Hintergrund auch die entsprechenden Bäume dazu sehen. Frischer wird’s einfach nicht mehr.
Tatsächlich hatten wir es zum ersten Mal seitdem wir hier in Südostasien unterwegs sind geschafft, eine anständige Karte der Region aufzutreiben. Allerdings war die Karte ihrer Zeit etwas vorraus, z.B. hatte das auf unsererm Weg eingezeichnete Trekking Information Center lediglich eine Tour im Angebot und sogut wie keine Ahnung über irgendwas war mehr als 3 km weiter weg war. Aber sie waren super nett und total begeistert das tatsächlich mal Touris vorbeischauenn (auch wenn wir ihre Tour gar nicht machen wollten) und wir haben umsonst Kaffee bekommen. Des weiteren waren sie der Meinung, das der Kratersee der auf unserer Karte etwa 20 km abseits der Hauptstraße eingezeichnet zur Zeit wegen Regenzeit „not possible“ war. Das war nur ein Grund mehr für uns in Bambor die Hauptstraße zu verlassen und unser Glück zu versuchen.
Die Straße schien zunächst in recht gutem Zustand zu sein, größtenteils asphaltiert mit einer überschaubaren Anzahl Schlaglöcher und kleinen Flüssen die den Hang hinunter und über den Weg flossen. Hier durfte Sebastian auch zum ersten Mal seine Motorrad-Reparatur-Künste unter Beweis stellen, allerdings nicht an unserem eigenen Gefährt sondern als uns ein Einheimischer mit ausgeschaltetem Motor entgegen gerollt kam dem die Kette rausgesprungen war. Wenige km später verschlechtere sich die Straße allerdings rapide und war eher als ein einziges großes Schlagloch mit gelegentlichen Asphaltflecken zu beschreiben. Das Ganze war im Prinzip eine Schlammpiste mit kokosnussgroßen Steinen darin verteilt – eine befestigte Straße a la Flores. Als wir nach gut 10 km in Werang ankamen, dem einzigen Dorf mit Namen auf der Strecke, beschlossen wir das Moped stehen zu lassen und zu Fuß weiterzugehen.
Schnell fanden sich zwei Locals, Rolis und Adrian, die „Familie“ in Werang und direkt am Kratersee oben hatten, so dass wir das Moped und ein Teil unseres Gepäck in Werang abstellen konnten und sie uns anboten, mit uns hochzulaufen und die Nacht in dem kleinem Dorf Nunang direkt am See (Sano Nggoang) bei Rolis' Onkel zu verbringen. Die Strecke hoch war angenehm zu laufen (aber wäre per Moped katastrophal gewesen) und der Kratersee, den wir nach knapp zwei Stunden erreichten war die Mühe definitiv wert. Unterwegs trafen wir auf einen 'Local Bus', diese Gefährte schrecken wirklich vor keiner Straße zurück... Ansonsten trafen wir recht wenige Menschen, ein Paar Betelnuss-kauende alte Frauen die völlig entgeistert nach unseren Händen und unserem Gesicht langten, um die helle Haut zu berühren und Kids von den paar Häusern am Wegesrand, die uns dann immer gleich ein ganzes Stück begleiteten. Ein paar Kilometer im Durchmesser, die Ufer mit dichtem Wald bewachsen mit nur einer handvoll Dörfer am Ufer verteilt war dieser See dann der Inbegriff der Idylle. Das jedoch dieser Vulkan nicht tief schläft, erkennt man nicht nur am Schwefelgeruch des Wassers, sondern auch an der kochend heißen Quelle an der wir vorbei kamen.
Die Familie von Rolis' Onkel war zwar äußerst überrascht über unser plötzliches Auftauchen (die Großmutter schaute uns an als wären wir Geister als wir durch die Tür stiegen, wollte dann aber gar nicht mehr aufhören unsere Hände zu schütteln und uns auf Indonesisch zuzuschwallen) aber stellte sich dann als extrem liebenswerte und gastfreundliche Familie heraus. Das Holz-Bast-Haus, im traditionellen Stil auf Stelzen gebaut, war überraschend groß und bis zum Ende haben wir nicht wirklich herausgefunden wieviel Menschen darin lebten, denn ständig gingen irgendwelche Verwandten und Bekannten ein und aus, vor allem als sich unsere Anwesenheit im Dorf herumgesprochen hätten. Bereits Minuten nach unsere Ankunft war der Raum voll mit etwa 20 Kindern, die uns aus sicherer Entfernung beobachteten aber sich dann begeistert auf die Fotos aus Europa stürzten die wir auspackten. Nach einiger Zeit kam eine Frau in den Raum und schickte die Kinder erbost nach draußen, wir erfuhren dass sich soeben die komplette Primary School der umliegenden Dörfer vor uns versammelt hatte, und jetzt wurden die Kids wieder zurück in die Schule geschickt.
Auch der restliche Abend war sehr angenehm, nachdem die Konversation am Anfang zwar aufgrund von Sprachschwierigkeiten recht stockend verlief, lockerte sich die Atmosphäre spätestens als wir unser Indonesisch – Sprachbüchlein auspackten und Sebastian den Kids das Bankräuber-Poliztei-Geschicklichkeits-Fingerspiel zeigte, was dazu führte dass am Ende sich die ganze Familie die Finger verrenkte. Später zauberte irgendwer noch eine Gitarre dabei, und abwechselnd spielten Sebastian und Adrian einen Mix aus englischen, deutschen und indonesischen Liedern, zwischendurch erklang auch immer wieder ein Lied in der „Local Language“, deren Namen ich schon wieder vergessen habe. „Country Roads“ war zwar das einzige Lied wo wirklich alle mitsingen konnten, aber die Atmosphäre war die ganze Zeit super. Als danach noch ein fantastisches Abendessen auftauchte, wo praktisch alle Zutaten (inclusiver frish zerstampfter Kaffeebohnen) aus dem Garten stammten, war der Abend perfekt. Und obwohl sich die Familie ständig für die Unanehmlichkeiten entschuldigte, und dafür, das es in dem Dorf kein Hotel und kein Restaurant gäbe, habe ich schon lange nicht so gut geschlafen wie auf den gefüllten Bastmatrazen auf den Holzdielen.
Am nächsten Morgen kam noch mal das halbe Dorf zusammen um uns zu verabschieden, und dann gings über Werang (wo wir bei Adrians Bruder nochmal hervorragenden Kaffee bekamen bevor wir uns von den beiden verabschiedeten) und Bambor mit kleinem Abstecher nach Tado um Reisfelder zu bewundern wieder zurück Richtung Labuanbajo. Unterwegs bereitete das Moped uns noch einige Sorgen, weil es anfing sehr bedenkliche Geräusche zu machen, aber als wir es frisch geputzt zurück nach Labuanbajo brachten war der Besitzer offensichtlich einfach nur sehr erleichtert es in einem Stück zurück bekommen zu haben.
P.S.: Geldsituation in Indonesien
„Stell dir vor, der Geldautomat in Deutschland würde nur 5 Euro Scheine rausgeben“ (einen dicken Packen 50 000 in der Hand haltend)
„Stell dir vor, die wären absolut nutzlos, weil das ganze Dorf zusammenlegen müsste um dir Wechselgeld rauszugeben wenn du versuchst damit zu bezahlen!“
P.P.S.: Reiseplanung à la Südostasien
„Der Punkt ist – ich geh jetzt schlafen.“
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Donnerstag, 22. Januar 2009
Pulau Rinca, Nusa Tenggara, Indonesien
Schon in Anflug (mit einer Propellermaschine) auf Flores bekamen wir einen Vorgeschmack auf das, was uns die nächsten Tage erwarten sollte: Unendliche viele tropische Inseln, teilweise von Sandstrand, teilweise von Korallenriffen umgeben, dazwischen das türkisfarbene Meer. Vom Flugzeug aus sieht das Meer spiegelglatt und ruhig aus, tatsächlich gibt es hier aber starke Strömungen und die unruhigen Gewässer gehören zu den gefährlichsten Indonesiens. Insbesondere zwei der Inseln, Rinca und Komodo, sind berühmt sind für ihre prominenten (und nicht ungefährlichen) Bewohner, die Komodo Dragons, in freier Wildbahn lebende Warane die gut 3 bis 4 Meter lang werden.
Rinca war dann auch unser Ziel bereits am nächsten Tag.
Von Labuanbajo auf Flores charterten wir einen Kutter, der zwei Stunden lang zwischen den Inselchen vor der Küste von Flores hindurch tuckerte (tolle Fahrt inclusive Delphine die vor dem Boot aus dem Wasser hüpften) bevor wir Rinca erreichten. In letzter Minute war noch Victor an Board gekommen, ein Ranger der auf Rinca arbeitet und der gerade auf dem Weg in die Arbeit war. Später stellte sich heraus, das dieser hervorragend English sprechender junger Mann unser Begleiter auf Rinca werden würde.
Zunächst wurden wir aber dort von einer Affenherde begrüßt, die es auf Victors Bananen abgesehen hatten. Das nächste Empfangskomitee wartet im Dorf unter der Küche – ein ausgewachsener männlicher Komodo Dragon (etwa 25 Jahre alt), zwei etwas jüngere Weibchen und ein nur ein paar Jahre altes Jungtier. Sebastian ließ sich gar nicht mehr trennen von diesem Anblick, und geduldig erzählte uns Victor einiges über die Lebensweise dieser Tiere (nach dem Schlüpfen klettern die Jungen erst mal auf die Bäume – damit sie nicht von den eigenen Eltern gefressen werden! Erst nach ein paar Jahren kommen sie wieder herunter.) und wartete bis wir genug Fotos gemacht hatten.
Danach ging es los auf einen 5 km Trek durch Dschungel und unglaublich grünes Grasland. Einen guide mitzunehmen ist verpflichten, nicht nur weil die Treks nicht ausgeschildert sind sondern vor allem als Schutz gegen die Komodo Dragons. Zu diesem Zweck trug Victor auch einen Stock mit sich – um die Tiere im Ernstfall auf Abstand halten zu können. Tatsächlich trafen wir während der zwei Stunden Wanderung auf 4 Komodo Dragons in freier Wildbahn – und keinen davon hätten wir selber gesehen wenn unser guide nicht plötzlich stehengeblieben wäre und uns darauf hingewiesen hätte das wir nur einige Meter von einem Exemplar stünden.
Aber die Warane waren nicht das einzige was es zu bestaunen gab. Die Landschaft auf Rinca ist absolut umwerfend, recht gebirgig so dass man immer wieder ein gigantischen Ausblick auf Flüsse, Täler und Grasland hat, im Hintergrund das Meer und weitere Inseln. Und alles in diesem unglaublich strahlendem grün. Das wäre allerdings nur zur Regenzeit so, also jetzt, erklärte uns Victor, in der Trockenzeit verschwindet das Grün und die Landschaft erscheint staubig und vertrocknet in Rot- und Brauntönen. Auch waren die Drachen nicht die einzigen Vierbeiner, die wir zu Gesicht bekamen, denn auf der Insel wurden Rehe, Pferde und Wasserbüffel ausgewildert – um die Nahrungsgrundlage der Warane sicherzustellen!
Auf dem Rückweg nach Labuanbajo machten wir noch Stop vor einer der vielen kleinen Inseln zum Schnorcheln. Sebastian war von diesem Plan am Anfang wenig angetan, war aber dann, nachdem er seine Wasserscheu mal überwunden hatte, gar nicht mehr aus dem Wasser zu bekommen. Und der Blick in die Tiefe war aber auch überweltigend. Korallenriffe so weit das Auge reichte, mit unzähligen kleinen und etwas größeren Fische in allen Formen und Farben die sich an den Riffen tummelten. Eben wirklich wie bei „Findet Nemo“. Kapitän Sirius wusste eben, wo zu dieser Tages- und Jahreszeit die besten Schnorchelplätze zu finden sind.
Mittwoch, 14. Januar 2009
bali, indonesien
Kuta - die Touristenhochburg auf Bali. Gigantischer Sandstrand mit Palmen - und mit großen Baggern die das Schwemmhlolz und den Müll wegschaufeln. Kleine Essenständen mit fried bananas und kaffee und unschlagbar günstige Preise - und Scharen von Souvenirverkäufern und Frauen, die Massagen anbieten, nicht zwei Minuten hat man seine Ruhe. Unzählige Bars, Souvenirshops und Restaurants auf den Straßen, und Geldwechsler, bei denen es fast ein wunder ist wenn sie sich beim Geld rausgeben nicht "verzählen". Auf den Straßen mehr Touris als Einheimische, und die Einheimischen die man trifft wollen einem entweder ein Moterbike vermieten oder einen Surfkurs anbieten. Schon eine etwas seltsamer Ort, Partystadt mit einem etwas seltsamen Beigeschmack. Eine Kultur, "westlicher" als im Westen und das mitten im konservativem Indonesien (obwohl man anmerken muss, das Bali mit seinem Hinduismus in hauptsächlich muslimischen Indonesien auch so schon eine Ausnahme ist).
Den Nachmittag haben wir dann lieber gemütlich auf unserer schattigen Hotelterasse verbracht, und heute geht es auch schon wieder weiter nach Labuanbajo, Flores. Sitze hier gerade am Flughafen, wo es kostenloses WiFi gibt. Eine Woche haben wir auf Flores/Rinca, dann gehts über Bali und Surabaya wieder zurück nach Singapur.
Den Nachmittag haben wir dann lieber gemütlich auf unserer schattigen Hotelterasse verbracht, und heute geht es auch schon wieder weiter nach Labuanbajo, Flores. Sitze hier gerade am Flughafen, wo es kostenloses WiFi gibt. Eine Woche haben wir auf Flores/Rinca, dann gehts über Bali und Surabaya wieder zurück nach Singapur.
Sonntag, 11. Januar 2009
Bolaven Plateau by motorbike
Tag 1 (5.1.09), Pakse nach Tad Lo
Nach einer etwas längeren Diskussion mit der Vermieter darüber, ob ein Tag nun 24 oder 12 Stunden hat, starteten wir gegen 9 Uhr auf einem praktisch neuem Honda Moped aus Pakse. Anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten zum Trotz (wenn man früh morgens Richtung Süden fährt sollte die Sonne doch auf der linken Seite sein, oder ?!?) erreichten wir, ohne uns nennenswert zu verfahren, die Straße nach Salavan. Das mag in Anbetracht der Tatsache, das es hier nicht so furchtbar viele Straßen gibt, vor allem nicht viele geteerte, recht einfach klingen, aber wenn man bedenkt das wir lediglich ein handgezeichnete Karte hatten auftreiben können und die englische Schreibweise der lao Lautsprache mit eigener lao Schrift extrem willkürlich und nie einheitlich ist , ist es eher ein kleines Wunder. (Komplett verschieden aussehende Ortsnamen können durchaus den gleichen Ort beschreiben wenn sie englisch oder französisch ausgesprochen irgendwie ähnlich klingen. Andersrum waren auf unserer Karte mehrere Orte mit gleichem Namen verzeichnet.)
Gegen Mittag kamen wir an Tat Phaxuam vorbei (Tat heißt Wasserfall auf Lao), was sich als ziehmlicher Glückstreffer herausstellte. Neben einem wirklich schönen Wasserfall hatte hier nämlich ein gewisser Mister Vreng, der übrigens einige Jahre in Deutschland gelebt hatte, ein Ecotourismus-Resort aufgezogen. Die Preise im Restaurant waren recht überteuert, und das ganze Gelände war etwas zu druchgestylt um authentisch zu wirken (sie haben sogar den Wasserfall dafür modifiziert), aber wirklich sehenswert war das „Ethnic Museum“, wo Gegenstände aus dem Alltagsleben der hier auf dem Plateau lebenden ethnischen Minderheuten ausgestellt wurden. Dazu gehörte auch ein kleines Dorf, in dem Vertreter der verschiedenen Ethnien leben. Der Junge, der uns dort herumführte, konnte auch einiges darüber erzählen.
Zum Beispiel sahen wir ein Haus, wo im ersten Stock ein etwa 30x30 cm großes Loch in der Wand eingelassen war. Wir erfuhren, das es pro Tochter im Haushalt ein solches Loch gäbe, und das unverheiratete Töchter nur durch dieses Loch Kontakt mit Verehrern haben durften, z.B. also Geschenk in Empfang nehmen konnten. Direkt Gegenüber war eine Hütte auf hohen Stelzen gebaut, hier verbringen Braut und Bräutigam traditionell die Hochzeitsnacht. Auch zeigte uns einer der Dorfbewohner, wie die Mutter herausfindet ob der potentielle Bräutigam den clever genug ist, um für ihre Tochter eine gute Partie zu sein: Ein Knobelspiel, bei dem ein Ring der irgendwie mit einer Schnur und diversen Holzstückchen verflochten war von diesem Rest getrennte werden musste. Solche Knobelspiele gibt es ja auch in rauhen Mengen bei uns, aber diese hier waren aus Bambus gebastelt.
Auch einige Musikinstrumente, geflochten Körber und Weber bei der Arbeit waren wirklich interessant. Ausserdem die gigantischen Ohrläppchen mancher Frauen (bestimmt 10 cm lang), in denen fast ebenso großer Schmuck hing.
Am Ende verbrachten wir dort doch deutlich länger als geplant, kamen aber trotzdem gemütlich kurz vor Sonnenuntergang in Tat Lo an. In diesem Dorf bekamen wir dann auch eine richtig schöne Bleibe für die Nacht, einen kleinen Bastbungalow auf Stelzen direkt am Fluss, mit Blick auf den Wasserfall. Abends saßen wir noch eine Weile am Wasserfall und schauten zu, wie die Kids vom Dorf dort mit Netzen auf Fischfang gingen.
Tag 2, Tad Lo – Salavan – Toumlan
Morgens starteten wir zunächst zu einem Ausflug zum beeindruckensten Wasserfall in der Nähe von Tat Lo, nämlich Tat Suong. Die LP Beschreibung führt einen direkt zu einem kleinem Parkplatz oberhalb der Oberkante des Wasserfalls, wo sich dann innerhalb von Sekunden ein ganzer Haufen Kids um uns versammelte um uns den sehr eindeutigen Weg die 20 Meter hinunter zum Wasserfall zu „zeigen“. Die Aussicht dort war wirklich atemberaubend, man steht direkt an der Kante und direkt vor einem stürzt das Wasser um die 70 Meter senkrecht in die Tiefe. Natürlich von Geländer keine Spur. Während ich ein paar Fotos machte, machte es sich Sebastian ein paar Meter von der Kante auf einem Stein im Flussbett gemütlich und zeigte den Kids einige von den ausgedruckten Fotos die wir von Europa mitgebracht habe. Die Schnneebilder waren wieder mal der absolute Renner. Am Ende ließen wir ihnen eins der Bilder da, und über die daraufhin unter den Kids ausbrechende Diskussion wem das Bild nun jetzt genau gehöre, vergaßen sie auch fast um Geld zu betteln dafür dass sie uns den Weg gezeigt hatten. Allerdings nur fast, ein paar von ihnen folgten uns doch als wir zum Moped zurück gingen, aber nach einem klarem „Nein“ verstanden sie die Message und winkten uns noch zum Abschied.
Nachdem der Weg zurück nur relativ knapp unterhalb des Wasserfalls zurückführte, wollten wir auch nochmal von unten hinlaufen. Kaum hatten wir das Moped geparkt, hatten wir schon wieder eine Menge Kids um uns herum die als Führer fungieren wollten. Nachdem der Weg oben aber so einfach zu finden war, wollten wir es auch hier wieder auf eigene Faust schaffen und liefen kurzentschlossen am Fluss entlang hoch. Allerdings wurde der Weg immer schlechter und war schließlich nicht viel mehr als eine Wildschweinspur durch den Dschungel, so dass wir schließlich doch uns von dem einem Jungen, der uns hartnäckig gefolgt war, den Weg zeigen ließen. Am Ende waren es vier Jungs, vielleicht 8 Jahre alt, die uns relativ zielsicher aus dem Unterholz heraus und auf den Weg zurückführten und uns dann hoch bis zum Wasserfall brachten. Auch die waren von den Fotos die wir ihnen zeigten recht begeistert und dabei stellte sich heraus dass sie doch einige Worte Englisch konnten. Und diesmal hatten sie sich ihr Trinkgeld ja wirklich verdient.
Inzwischen stand die Sonne schon relativ hoch am Himmel, höchste Zeit also um sich wieder aufs Moped zu schwingen und nach Salavan zu fahren. Auf der asphaltierten Straße kamen wir zügig voran, so dass wir schon am frühen Nachmittag in Salavan waren und beschlossen gleich durchzufahren nach Toumlan, ein kleines Städtchen noch etwa 50 km weiter nördlich. Kurz nach Salavan war allerdings Ende mit Asphaltstraße und kurze Zeit später auch Ende mit anständiger Dirt Road. Der schmale steinige war stellenweise extrem sandig, so dass die Reifen weit einsanken und lenken nur noch bedingt möglich war. Plötzlich führte der Weg steil nach unten und endete an einem Fluss. Dort lag eine rostige Fähre die offensichtlich schon seit längerem nicht mehr im Betrieb war im Wasser, daneben stand ein Lastwagen (offensichtlich auch schon seit längerem) bis zu den Achsen im Wasser. Ich erinnerte mich kurz vor der steilen Abfahrt einen kleine Laden gesehen zu haben und lief nochmal hoch. „Toumlan?“. „Toumlan!“, der Finger zeigte eindeutig über den Fluss. Etwas ratlos standen wir am Ufer, das Wasser wirkte doch relativ tief und der Fluss war bestimmt 15 meter breit. Da löste sich von der anderen Uferseite eine kleine Nusschale und machte sich auf den Weg zu und, sie Fähre!. Der Fährmann schob uns das Moped aufs Boot (wir wären bei dem Versuch bestimmt gekentert), und bedeutete Sebastian er solle sich draufsetzen und die Füße links und rechts am dem Bootsrand (der nur wenige cm über Wasser war) aufstützen. Die ganze Angelegenheit war äußerst wackelig, es genügte schon den Kopf nach links oder rechts zu drehen und das Boot fing gefährlich an zu schwanken. Aber wir kamen sicher auf der anderen Seite an und folgen weiter der Straße, immer wieder wenn der Weg wieder besonders schlecht wurde, bei einem der Dörfer die wir gelegentlich passierten nachfragend : „Toumlan?“. Aber offensichtlich waren wir auf dem richtigem Weg. Der Trick war weniger der Straße als vielmehr der Mopedspur zu folgen, die in wildem Slalom über den Treck führte, manchmal auch für einige Zeit weit am vom Treck durch den Wald oder auf die andere Seite eines Zaunes. Die Locals wissen einfach wie man sowas fährt und die Spur vermeidet die schlimmsten Sandstellen und Steine. Teilweise endete die Spur aber auch mitten auf der Wiese, und es war schon ziemliches Glück dass wir sie am anderen Ende der Wiese wiederfanden. Die Landschaft durch die wir fuhren entschädigte allerdings einiges, die Berge im Hintergrund und um uns herum Wälder und Wiesen, hin und wieder Dörfchen, Wasserfbüffel, Schweine.... Wenn ich nicht gerade dabei war einen Herzinfarkt wegen Sebastians Fahrweise zu bekommen, konnte ich es richtig genießen. Dann allerdings kam der zweite Fluss, diesmal ohne Fähre. Die Kids am Ufer und die Frauen die im Fluss Wäsche wuschen machten uns relativ eindeutig klar dass wir jetzt da durch fahren müssten. Also, Schuhe ausziehen und durch. Irgendwie schaffte Sebastian es mit dem Moped durch den Fluss über die schlüpfrigen Steine zu rutschen/fahren dabei halbwegs den Anweisungen folgenden die uns die Frauen (auf Lao) zuriefen ohne sich oder dem Moped gravierende bleibende Schäden zuzuführen.
Inzwischen war es schon wirklich später Nachmittag und die Sonne war am untergehen, aber zum Glück führte unser Treck recht bald auf eine sehr viel bessere Dirt Road, so dass wir gerade mit Einbruch der Dunkelheit Toumlan erreichten. Toumlan wird als „arme Stadt“ beschrieben, aber eigentlich ist er wirklich nicht mehr als ein etwas größeres Dorf. Trotzdem fanden wir recht schnell eine Bleibe für die nacht, in etwas das mal ein Guesthouse sein wird wenn's mal fertig gebaut ist. Das größere Problem stellte Essen dar. Es gab nichts eindeutig als Restaurant identifizierbares, aber trotzdem sollte es ja trotz Sprachschwierigkeiten nicht allzu schwer sein jemanden klarzumachen das man etwas zu essen sucht. Aber irgendwie war die Suche lange nicht von Erfolg gekrönt und wir hatten schon fast aufgegeben als uns plötzlich jemand in perfektem Englisch ansprach: „How can I help you?“. So lernten wir Mr. Go kennen, den Englisch Lehrer der Stadt. Irgendwie schien es wirklich keine Restaurant hier zu geben, aber er kochte uns eine richtig leckere Nudelsuppe, erzählte und einiges von sich und der Stadt und lud uns ein am nächsten morgen zu seiner Schule zu kommen.
Tag 3, Toumlan – Salavan – Tad Lo
Tatsächlich schafften wir es am nächsten morgend die Secondary School zu finden und fragten uns durch zu „Mr. Go“. Der war wirklich begeistert das wir tatsächlich gekommen waren, zeigte uns etwas herum und fragte dann ob wir „Computer Experts“ wären, er bräuchte unsere Hilfe. Tatsächlich ging es um nichts kompliziertes, sondern lediglich darum den Englisch-Test den er nächste Woche halten wollte kurz am PC abzutippen. Vom 10-Finger-System, mit ständigem vertippen wegen Englischer Tatsatur war er absolut begeistert, der arme Kerl braucht vermutlich ewig um so ein Zettelchen abzutippen. Der Test selber war für Englisch-Schüler im zweiten Jahr Englisch und war auf einem extrem niedrigem Niveau – aber dann muss man ja bedenken dass die auch noch unsere Schrift erst lernen müssen. Danach stand Sportunterricht auf dem Programm, ein Test in Volleyballspielen. Er bestand darauf dass wir auf der Schiri-bank saßen, und zeitweise notierte ich sogar die Punkte. Die Kids genierten sich etwas vor uns zu spielen (dabei waren sie wirklich gut), aber dafür waren wir DIE Attraktion für den Rest der Schule. Am Ende standen unglaublich viele Leute um das Volleyball Feld herum und gafften uns einfach nur an. Als wir uns schließlich verabschiedeten kamen noch der Boss und der „Sub-boss“ der Schule um uns die Hände zu schütteln und ließen durch Go ausrichten dass sie sich sehr gefreut hätten dass wir gekommen waren. Sie meinten, so weit sie sich erinnern könnten, wäre noch nie ein „foreigner“ in die Schule gekommen.
Laut Lonely Planet liegt Toumlan direkt auf dem Ho Chi Min Trail. Über diesem sind während dem Vietnamkrieg Unmengen an Panzer und Armeen von Nordvietnam über Laos und Cambodia Richtung Südvietnam gezogen. Entsprechend wurde das Gelände aus der Luft von den Amerikaners stark bombadiert, so dass Laos das am stärksten bombadierteste Land der Geschichte ist obwohl offiziell die USA dieses Land natürlich nie bombadiert hat. Allerdings konnten die Locals mit dem Begriff Ho Chi Min Trail nichts anfangen, und in Anbetracht der Straßenqualität beschlossen wir, uns wieder auf den Weg Richtung Salavan zu machen. Unterwegs kamen uns einige UXO Lao Laster entgegen, die uns zum einen völlig einstaubten, zum anderen aber die Theorie bestätigten dass der Ho Chi Min Trail durch dieses Gebiet geführt hatte denn teilweise waren sie vollgeladen mit Resten von Fliegerbomben.
Der Rückweg kam mir irgendwie unproblematischer vor wie der Hinweg, wahrscheinlich hatten wir uns inzwischen etwas an die Straßen hier gewöhnt. Ich bin sogar Teile der „durch den Fluss Strecke“ selber gefahren, bis das Wasser so tief wurde dass längere Beine einfach von Vorteil waren. Interessant war auch das tanken unterwegs. Die Tankstelle bestand aus einem Brett am Wegrand, auf dem einige alte Whiskey Flaschen mit roter und gelber Flüssigkeit aufgereiht waren. Rot ist Benzin, Gelb ist Diesel. Als wir andeuteten, so eine Flasche in den Tank zu kippen und sie dabei fragend anschauten, ernteten wir nur den üblichen gaffenden Blick (Inzwischen war das halbe Dorf zusammengelaufen). Also schien das wohl die Richtige Methode zu sein. Das ist sowieso etwas, woran ich mich hier etwas gewöhnen muss: Die Menschen sind hier irgendwie deutlich passiver als in Cambodia, anstatt einem gleich etwas verkaufen zu wollen muss man selber ihnen schon sehr aktiv klarmachen dass man was von ihnen will damit aufhören zu gucken und aktiv werden. Das ist manchmal wirklich angenehm, wenn z.B. an der Busstation nicht gleich von 25 Guesthouse-besitzern überfallen wird, aber manchmal etwas nervig wenn man an einem Marktstand steht aber weit und breit niemand in Sicht ist der einem die Güter verkaufen will.
In Salavan statteten wir noch kurz UXO Laos einen Besuch ab, die einigen beeindruckende Fliegerbombenreste aber auch anderes Kriegsgerät in ihrem Hinterhof herumliegen hatten, bevor wir weiter zurück nach Tat Lo fuhren. Dort hatten wir uns als wir das letzte Mail da waren für den kommenden Nachmittag für einen Elefantenritt eingetragen. Den Abend verbrachte ich damit unter den Touris nach einer Nikon Kamera zu suchen, weil mein Ladegerät auf mysteriöse Art und Weise verschwunden war. Ergebnis des Ganzen war allerdings nur, das Nikon für verschieden Seriennummern ihrer Spiegelreflex-Reihe verschiedene Ladegeräte verwendet. Grr.....
Tag 4, Tad Lo - Thateng
Als wir morgens aufwachten, die erste Überraschung: Statt Sonnenschein und Hitze war es eiskalt. (Das heißt, unter 20 Grad vielleicht.) Dazu ein wirklich frischer Wind der den ganzen Staub ständig aufwirbet. Nicht gerade optimale Bedingungen um meine Schuhe zu trocknen, die von der durch-den-Fluss-fahr-Aktion noch ziehmlich nass waren. Nach einem gemütlichen Vormittag in Tad Lo starteten wir am Nachmittag zu unserem Elefantenritt, anderthalb Stunden auf dem Rücken einer der beiden weiblichen Elefanten der Tad Lo Logde. Der Weg führte durch den Dschungel, durch kleine Dörfer und über Flüsse und war an vielen Stellen nicht viel mehr als ein schmaler Trampelpfad. Es ist wirklich beeindruckend wie leise sich diese riesigen Tiere durch unwegsames Gelände bewegen und wie wenig Spuren sie hinterlassen. Nur einmal gab unsere Elefant einen Laut von sich, als hinter ihm ein Local ein Pfeife anzündetet und sie den Rauch roch. Sichtlich in leichter Panik versuchte die Elefantendame auf dem schmalen Weg sich umzudrehen, gab seltsame Elefantenlaute von sich und streckte den Rüssel nach oben zu dem Pfleger, der rittlings hinter ihren Ohren saß. Dieser hatte das Tier dann aber relativ schnell beruhigt und weiter gings. Nach dem Ausflug konnten wir noch zusehen, wie die beiden Elefanten im Fluss gewaschen wurden. Die beiden gehorchten ihren Pflegern wirklich aufs Wort, so dass sie gerade soweit untertauchten dass sie komplett Unterwasser wahren, die Pfleger jedoch obendrauf stehend trocken blieben und sie mit einer Flip-Flop schrubben konnten.
Dann war es wieder Zeit sich auf's Moped zu schwingen, denn trotz der langsam untergehenden Sonne wollten wir heute noch zumindest ein kleines Stück der Strecke schaffen. Bis Ban Ben kamen wir zügig voran, und die Dirt Road von Ban Beng nach Thateng war in relativ gutem Zustand. Mit schwindendem Licht wurden jedoch nicht nur die Sichtverhältnisse schlechter, es wurde vor allem richtig, richtig kalt. Wir waren eben doch inzwischen auf dem Plateau, und dazu der Fahrtwind – nächstes Mal nehmen wir zumindest Handschuhe mit! Völlig eingefroren kamen wir in Thateng an, und beschlossen, dort die Nacht zu bleiben und dafür am nächsten Morgen früh loszufahren.
Unser Zimmer für die Nacht hatte sogar Warmwasser, zum ersten Mal seit sehr langem, aber ich war so eingefroren, dass ich noch nicht mal die heiße Dusche richtig genießen konnte. Thateng stellte sich als Durchgangstadt für vietnamesische Fernfahrer und Händler heraus. Das Restaurant wo wir zu Abend aßen, offensichtlich eine Fernfahrerkneipe, servierte allerdings überraschend geschmackloses Essen - wenn das vietnamesische Küche war wie sie uns stolz erzählten bin ich froh dass wir nicht mehr nach Vietnam fahren ;-)
Tag 5, Thateng – Sekong – Paksong
Als wir uns am nächsten Morgen noch vor sieben Uhr aufs Moped schwangen hatte ich alle Klamotten an die ich dabei hatte, inclusive zwei Hosen, zwei T-shirts – es war trotzdem verdammt kalt. Auf den 50 km nach Sekong kletterte die Sonne langsam höher, so dass sie gegen Ende sogar ein bisschen wärmte. Dafür war die Landschaft um uns herum mal wieder toll, Wald, Reisfelder, Kaffeeplantagen, im Hintergrund die Berge. Immer wieder fuhren wir durch kleine Dörfer, und die Dorfbewohner waren auch schon auf, vor jedem Haus brannte ein kleines Feuerchen um dass sich die Bewohner drängten. Auch auf der Straße waren einige Locals unterwegs, mit großen Bastkörben auf dem Rücken in denen sie Feuerholz transportierten. Ansonsten war auf der asphaltierten Straße wenig los.
Als wir in Sekong ankamen, war es schon etwas wärmer, auch weil Sekong selber nicht mehr auf dem Plateau liegt. Nach einem Frühstück mit viel heißem Tee und Kaffee (letztere ist hier übrigens absolut fantastisch, wird direkt auf dem Plateau angebaut) waren wir auch wieder aufgetaut. Nach einem kurzen Besuch auf dem Markt und der in Sekong ansässigen UXO Laos Niederlassung machten wir uns wieder auf den Weg, inzwischen war die Temperatur auch wirklich angenehm. Noch 30 km auf der Asphaltstraße dann führte der Weg über eine Dirt Road noch etwa 70 km nach Paksong. Diese Strecke gehört sicherlich zu den schönsten Strecken des Southern Swing und führt durch Dschungel und Kaffeeplantagen hinauf aufs Plateau. Hin und wieder ein Dörfchen, aber insgesamt extrem wenig Verkehr auf der Straße. Mal eine Gruppe Kids mit Feuerholz, mal Mädchen die Wasser nach Hause trugen, mal ein junger Mann mit einer AK 47 über die Schulter geschlungen (Jagdgewehrersatz...), ganz selten ein Tok-Tok oder ein anderes Moped. Zwei gigantsiche Wasserfälle haben wir auf der Strecke gesehen, beide in keinster Weise ausgeschildert und wirklich leicht zu übersehen. Den ersten erblickte ich nur durch Zufall, es gibt nur genau eine Stelle auf der Straße von der er sichtbar ist, bereits 1m weiter ist er vom Dschungel verdeckt. Und als wir auf gut Glück den nächsten Trampelpfad ab vom Weg nahmen, kamen wir direkt oberhalb dieses Wasserfalls heraus und hatten einen gigantischen Blick darauf wie die Wassermassen in die Tiefe stürzten und dann der Fluss im Dschungel verschwand.
Für den zweiten, Tad Katamok, der mit seinen 120 Metern Höhe als der höchste Wasserfall in Laos gilt, hatten wir eine Beschreibung die aber irgendwie nicht so recht passsen wollte. Aber als wir laut Kilometerzähler so ungefähr auf der richtigen Höhe waren und den nächsten Trampfelpfad ins Gebüsch nahmen, wurden wir nach einiger Kletterei mit einem Blick auf diesen riesigen Wasserfall belohnt. Der Trampelpfad führte weiter, recht steil und an einigen Stellen durch dichtes Unterholz aber am Ende durch einen Bananenwald direkt zum Wasserfall hin. War schon beeindruckend.
Um nicht wieder durch die Kälte fahren zu müssen machten wir uns von dort aus zügig auf den Weg nach Paksong, der nächsten Übernachtungsmöglichkeit. Das letzte Stück Straße war eine Katastrophe, geteert aber voller riesiger Schlaglöcher, eine einzige Slalomfahrerei. Da hätten sie mal lieber die Dirt Road so gelassen wie sie war...
Tag 6, Paksong – Tad Yuang – Tad Fan – Pakse
Nur ein paar Kilometer von Paksong entfernt in Richtung Pakse liegen Tad Yuang und Tad Fan, zwei weitere beeindruckende Wasserfälle. Einziger Minuspunkt sind die Busladungen an Touristen aus Thailand, die diese beiden Orte regelrecht überschwemmen. Abseits vom ausgeschilderten „viewing point“ ist man jedoch recht bald wieder alleine und kann das Wasserfall-Dschungel-Feeling genießen. Besonders bei Tad Fan wurden wir nach einem kurzen Stückchen Weg und einer ziemlich abenteuerlichen Kletterei mit einem tollen Blick auf die beiden Flüsse belohnt, die hier parallel gut 100 Meter in die Tiefe stürzen, oberhalb und unterhalb der senkrechten Klippe absolut unberührter Dschungel.
Und das war dann auch schon der letzte Stop auf unserer Tour, am frühen Nachmittag erreichten wir Pakse wo in dem Gepäck das wir dagelassen hatten wundersamerweise mein Ladegerät auftauchte (wer hat denn das da rein gepackt ?!?). Wir quartierten uns wieder in dem selben Guesthouse wie letztes Mal ein, der Vogel und Sebastian freuten sich beide offensichtlich sich wiederzusehen, und den Nachmittag über fuhren wir noch etwas per Moped in Pakse umher, um es dann nach Einbruch der Dunkelheit zurückzugeben, in der (berechtigten) Hoffnung, dass so der Kratzer vom Rucksack draufschnallen nicht auffallen würde.
Jetzt noch einen Tag auspannen und von den Strapazen erholen in Pakse, danach geht’s dann hoch nach Vientaine und dann von dort per Flieger über Kuala Lumpur nach Bali.
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