Nach einem Stop in Kompong Cham, wo wir eine wundervolle Homestay Erfahrung gemacht haben sind wir heute in Kratie angekommen. Haben ein tolles Hostel mit Blick auf den Mekong, ein grottenschlechtes Internetcafe und morgen wollen wir mit dem Moped raus auf's Land. Ich meld mich wieder wenn ich ein besseres Internetcafe gefunden habe.
Ich verlang ja gar nicht dass sie eine stabile Internetverbindung haben oder PC's aus den letzten 30 Jahren - aber ohne Strom ist so ein Internetcafe schon etwas nutzlos...
P.S.: So, der Post zu Kompong Cham ist fertig, nach langer Gedulsprobe sogar mit Fotos hochgeladen. Uebrigens, guten Rutsch und frohes Neues wuenschen wir euch!
Sonntag, 28. Dezember 2008
Kompong Cham, Cambodia
Central und Southeastern Cambodia. Bereits auf der Busfahrt von Siam Reap nach Kompong Cham bekommen wir einen ersten Eindruck dieses faszinierenden Landstriches. „Dirt Roads“, sprich rote Staubspuren, die sich als Straßen bezeichnet werden, ziehen sich durch endlose Reisfelder. Um diese Jahreszeit ist der Reis in den meisten Regionen schon abgeernet, lediglich die goldenen Stengeln der Pflanzen stehen noch. In den Feldern stehen Wasserbüffel und Kühe, für die das Stroh als Futter dient. Näher am Mekong, in den Regionen wo das Wasser seinen tiefsten Stand noch nicht erreicht hat und noch genug Wasser zur Verfügung steht um eine zweite Saat anzubauen, findet man dagegen die leuchtend grünen Feldern des jungen Reis. Dazwischen die Felder, wo gerade geerntet wird. Männer, Frauen und Kinder allen Alters, in gebückter Haltung, die barfüßigen Füße im Schlamm der der Mekong bring und der den Reis ernährt mit einem Sensen-ähnlichem Gerät in der Hand um den Reis zu Bündeln zusammenzufassen, abzuschneiden und zusammenzubinden. Später werden diese Bündel auf einem Holzbrett solange gedroschen, bis sich die Reiskörner vom Rest der Pflanze lösen. Alles Handarbeit.
Die Kids die noch zu klein sind um bei der Reisernte helfen zu können, kümmern sich um die Büffel und Kuhherden. Morgens auf die Felder, tasgsüber hin und wieder zu einem Wasserloch, abends nach Hause. Die allermeisten Familien in Cambodia leben auf dem Land, in kleinen „villages“ die nicht mehr als eine Ansammlung von Holzhütten entlang einer Straße sind. Die Häuser sind auf Stelzen gebaut, zum Teil wegen der relgemäßigen Überschwemmungen, zum Teil weil das „Erdgeschoss“ den Büffeln und Kühen vorbehalten ist. Kokosnusspalmen und Bananenstauden dienen als Schattenspender und als Nahrungsergänzung zum täglichen Reis. Überall um die Häuser herum sieht man Kinder – beim Arbeiten, beim Spielen, beim Entlausen... Vor allem ältere Mädchen (das heißt, vielleicht ab 10) sind in der Regel nicht alleine unterwegs sondern haben irgendein kleines Geschwisterchen auf dem Arm, zwei weitere im Schlepptau. Ist man zu Fuß, per Fahrrad oder Moped unterwegs kommen sie rausgestürmt: „Hello! HELLO!“. Auf den ersten Blick könnte man meinen dieses Land wäre nur von Kids bewohnt, und so falsch ist das gar nicht, nachdem fast eine ganze Generation den Khmer Rouge zum Opfer gefallen ist, die Lebenswerwartung bei 58 Jahren liegt und Kinder die einzige Altersvorsorge sind.
Und es gibt sie doch, geteerte Straßen in Cambodia. Die Straße nach Kompong Cham ist sogar in relativ guten Zustand. Es geht das Geruecht, das die Straße von der thailändischen Grenze bis nach Siam Reap, nur deshalb eine ewige Baustelle ist weil sowohl gewisse Fluggesellschaften als auch gewisse Busgegesellschaften dadurch ganz gute Geschäfte machen (letztere können auf der Strecke nur langsam fahren und können deshalb ihre Gäste erst spätabends vor dem Hotel ihrer Wahl abliefern ( = Hotel das die beste Kommission zahlt) wenn die meisten zu müde sind noch ernsthaft nach alternativen Bleiben zu suchen).
Schließlich kommen wir in Kompong Cham an. Der Tuk-tuk Fahrer am Busbahnhof lässt uns erst in Ruhe unsere sieben Sachen zusammenpacken und zeigt uns bereitwillig auf der Karte wo wir sind. Etwas enttäuscht ist er schon, als wir dadurch feststellen das wir die 500 meter auch selber laufen können und kein tuk-tuk brauchen, aber wie jeder Tuk-tuk fahrer hier unten hat er eine „Name-card“ die er uns stolz überreicht und dann erklärt er uns sogar wie wir laufen müssen. Ein angenehmer erster Eindruck. Der zweite Eindruck ist richtiggehend überwältigend: Der Mekong. Der Fluss, dessen Rhythmus das Leben im ganzen Land bestimmt, der Überschwemmung bringt und damit auch fruchbare Erde und Wasser was den Reis wachsen lässt. Gerade ist Trockenzeit, aber wenn man diesen gigantischen Fluss sieht (dersse Fischreichtum nur noch vom Amazonas getoppt wird) ist es kaum zu glauben das gerade Niedrigwasser herrscht. Kompong Cham hat die einzige (!) Brücke in ganz Cambodia die diesen Fluss überquert, ansonsten muss man auf Fähren zurückgreifen. Und bei Hochwasser dring dieser Fluss noch kilometerweit ins Innland vor. An der breitesten Stelle hat er bei Hochwasser eine Breite von 14 Kilometern!
Mit den Hostels hatten wir nicht so viel Glück. Unsere erste Bleibe hatte vor dem Fenster einen Balkon mit traumhaften Blick auf den Mekong – aber als um 4 Uhr morgens sich irgendwie die halbe Stadt auf diesem Balkon zu versammeln schien um den Sonnenaufgang über den Mekong zu bewundern war mit Träumen und Schlafen nix mehr. Die zweite Bleibe hatte ein unschuldiges kleines Restaurant, was sich aber nachts in eine dröhnende Karaokee Bar verwandelte. Dazwischen hatten wir einen sehr interessanten Tag, an dem wir per Fahrrad eine der Inseln im Mekong erkundeten. Nachdem der Wasserstand des Mekongs so starken Schwankungen unterlegen ist, gibt es keinen Steg wo die Fähre ablegt, sondern die Schiffe landen einfach an den schlammig-staubigen Flussbänken an und ein paar Holzbrätter werden herübergelegt so dass auch Fahrräder, Mopeds, Foodstalls.... drauffahren können. Fähre nennt sich hier alles, was aus ein paar Holzbrettern zusammengezimmert ist und wovon der Kapitän der Meinung ist es könnte schwimmen. Auf unserer Überfahrt fiel auf halber Strecke der Motor aus – konnte aber zum Glück schnell wieder repariert werden. Die Insel selber bot einen guten Einblick in das Leben auf dem Land in Cambodia. Kleine Dörfchen, die meisten Menschen leben hier vom Fischfang, es gibt auch ein paar Felder und Plantagen. Überall Kids die ihre drei englischen Sätze üben wollten. Mittags trankenwir eine Cola bei einem kleinem Tante-Emma Laden. Die Familie sprach kein Wort englisch, wir konnten nur zwei Worte Khmer aber irgendwie kann man sich mit Lächeln und Gesten doch ganz gut unterhalten.
Für die nächsten zwei Tage hatten wir dann genug von Hostels, die nachts zu Karakokee Bars mutierten und suchten uns eine ganz andere Bleibe: Homestay bei einer Familie in einem kleinem Dorf ein paar Kilometer östlich von Kompong Cham (Rana village homestay, http://rana-cambodia.blogspot.com/). Und das war wirklich eine fantastische Erfahrung. Don, der Vater ist Amerikaner und lebt seit den 90gern in Cambodia, seine Ehefrau Kiong ist Cambodierin und garantiert die beste Köchin im Land. Ich habe noch nie in meinem Leben so gutes Essen gegessen wie in den zwei Tagen. Die beiden haben zwei echt aufgeweckte Kinder, einen sechsjährigen Jungen Ra und seine etwa ein bis zwei Jahre jüngere Schwester Na.
Geschlafen haben wir beide in einer kleinen Basthütte auf Stelzen im Garten, tagsüber hat uns die Familie in der Umgebung herumgeführt (einen Tag zu Fuß, den zweiten per Fahrrad) und uns jede Menge über das Leben hier erzählt. Dazwischen blieb noch jede Menge Zeit um im Schatten auf der Terasse des Hauses zu entspannen, cambodische Zeitung zu lesen, zu essen (ganz wichtig), mit den Kids zu spielen oder sich mit anderen Dorfbewohnern zu unterhalten, die zu Besuch kamen (hier musste Kiong übersetzen). Der Rhythmus des Lebens hier auf dem Land wird im Großen diktiert durch den sich verändernden Wasserstand des Mekongs, im Kleinen durch die Bedürfnisse der Reisfelder und die der Hühner, Kühe und Wasserbüffel. Trotz härtester Arbeit auf den Feldern und im Haus bleibt den Khmern aber irgendwie immer genug Zeit zwischendruch für ihre Lieblingsbeschäftigung: In der Hängematte liegen. Interessant war auch ein Gespräch mit Kiong's Schwester, die als Lehrerin in der Grundschule im Nachbardorf arbeitet. Das regulärer Gehalt als Leher hier beträgt 50 US$ im Monat, was selbst bei den Preisen hier nicht annäherned reicht um sich, geschweige den seine Familie zu ernähren. Aber dieses Jahr hat Kiong's schwester Glück, sie hat eine doppelte Stelle bekommen – eine Klasse vormittags und eine Nachmittags und verdient somit das doppelte. Aber selbst das, sagt sie, reicht kaum. Sie steht jeden morgen um 3:30 auf um ihre Stunden vorzubereiten, dann weckt sie die Kinder mit allem was dazu gehört. Den ganzen Tag über ist sie in der Schule, abends muss sie sich wieder um die Kinder kümmern, dann schaut sie oft noch bei Don's familie vorbei um sich mit seinen Gästen (sprich uns) zu unterhalten, denn dafür geht etwas von dem Geld das wir an Don für den Homestay zahlen weiter an sie. Und das 6 Tage die Woche. Die Schule in Cambodia ist kostenlos, aber die Eltern müssen für eine Schuluniform aufkommen und die Kinder fehlen als Arbeitskräfte auf den Feldern. Nach der Grundschule könnten die Kids auch noch eine Highschool besuchen, aber die ist ein paar Dörfer weiter und viele Familie können sich kein Fahrrad leisten und zum Laufen ist es zu weit. Deswegen sieht man auf einem Fahrrad dann meistens nicht nur ein Schulkind, sondern meistens gleich 2 bin 5 gleichzeitig. Der Schulunterricht ist soweiso in recht traurigem Zustand, English wird erst irgendwann in der Highschool unterrichted die viele nicht mehr besuchen, Schullunterricht ist zwar Pflicht aber niemand kontrolliert also ist es am Ende die Entscheidung der Eltern, Lehrer sind so schlecht bezahlt das sie oft wochenlang nicht auftachen weil sie Nebenjobs nachgehen, die sogenannten Schulbücher die von der Schule an die kinder verliehen werden sind nicht Lehrbücher sonder Arbeitsheftchen, in die die Kinder aber nichts reinschreiben dürfen.
Interessant war auch ein Gespräch mit Kiong's Mutter, auch einer unglaublich hart arbeitenden Frau. Seit knapp 55 Jahren arbeitet sie auf den Reisfeldern, und hat auch die Zeit der Khmer Rouge miterlebt und konnte uns einiges darüber erzählen. Sie war ihrerseits auch sehr interessiert an Deutschland, wollte wissen ob sich die Familien oder die Regierung um die Alten kümmere. Dann fragte sie nochmal nach, wollte wissen, ob die Alten den freiwillig ins Altersheim gingen oder gezwungen würden. Wirklich eine sehr interessante Frau. Als sie uns um rat bat wegen ihren Rückenschmerzen, aber wir ihr nicht wirklich helfen konnten (über ein halbes Jahrhundert jeden Tag in gebückter Haltung auf den Reisfeldern – das macht einfach kein Rücken mit), lächelte sie schließlich und meinte, sie hoffe sie würde im nächsten Leben in Deutschland wiedergeboren.
Insgesamt habe ich wirklich viel über das Leben auf dem Land in Cambodia gelernt und es war wirklich eine unvergessliche Erfahrung. Toll war auch, als uns Kiong bat eine English-Unterrichts-stunde für die kids vom Dorf zu halten. Die Verständigung klappte zwar nur recht rudementär, aber irgendwie funktionierte es doch mit Hilfe von ein paar sehr kreativen Zeichnungen und ein paar Spielen die Kids zum Englisch Reden zu bringen. Zum Abschied ließen wir noch ein Fotos da, für Kiong als Unterrichtsmaterial für ihren English unterricht und für die beiden Kinder, die ja noch nie Schnee gesehen hatten. Und dann waren wir schon wieder unterwegs, nächstes Ziel: Kratie
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Dienstag, 23. Dezember 2008
Frohe Weihnachten
Hey,
Frohe Weihnachten allerseits! Feiert schoen und frieret nicht zu sehr, hier werden die Temperaturen jetzt gegen 8 Uhr abends richtig angenehm. Trotzdem gibt es hier die uebliche weihnachtsbaum und Schnee Deko, hier ein Beispiel aus Singapur, das es natuerlich mal wieder auf die Spitze treiben muss...

Frohes Fest wuenschen
Sebastian und Vali
Frohe Weihnachten allerseits! Feiert schoen und frieret nicht zu sehr, hier werden die Temperaturen jetzt gegen 8 Uhr abends richtig angenehm. Trotzdem gibt es hier die uebliche weihnachtsbaum und Schnee Deko, hier ein Beispiel aus Singapur, das es natuerlich mal wieder auf die Spitze treiben muss...
Frohes Fest wuenschen
Sebastian und Vali
Angkor Wat, Siem Reap, Cambodia
Der Nordwesten Cambodias heute: Die geteerte Straße aus Thailand hört an der Grenze auf, statdessen sieht man cambodianische Jugendliche schwere Holzkarren durch den roten Staub ziehen, der ab jetzt die Straße darstellt. Siem Reap, unser nächstes Ziel ist nicht weit von der Grenze entfernt, aber der Bus braucht auf dieser Straße etwa 5 Stunden, von einem Schlagloch ins naechste. Hin und wieder überholen wir einen Tankwagen, der die Straße mit Wasser besprueht um den Staub zu bändigen, oft sehen wir auch Bruecken im Bau, jedoch meistens noch nicht befahrbar sondern mit einem kleinem roten Schild „detour“ davor. Das heißt, der ganze Verkehr wird rechts oder links von der Brücke mitten durch den Graben umgeleitet. Zu beiden Seite der Sraße erstrecken sich Reisfelder auf dem pfannkuchenflachen Land, so weit das Auge reicht. Menschen allen alters stehen darin, ernten den Reis oder treiben Wasserbueffel durch das Land. Hin und wieder ein paar Holzhuetten. Auf der Straße sind wir mit dem Bus eher die Ausnahme, vor allem sind hier Mopeds unterwegs auf denen allen und jedes transportiert wird.

Gäbe es nicht die Tempel von Ankor als Zeitzeugen einer früheren Zeit, würde man kaum glauben das von diese Region einmal ganz Cambodia und große Teile vom heutigen Thailand, Laos und Vietnam behherrschte, ja sogar Teile Südchinas. Etwa von 800 bis 1400 nach Christus war die Blütezeit dieses Königreiches, und neben großen Eroberungen waren die Gott-Könige dieser Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Gigantische Städte, Heiligtümer und weitere Monumente zu errichten. Und heute noch zeugen die Tempel von Ankor davon, gigantische Ruinen, teilweise völlig verschlungen im Dschungel und seit Jahrhunderten vergessen, teilweise mit internationaler Hilfe etwas restauriert. Seit gut 100 Jahren ist beschäftigt sich die internationale Gemeinschaft mit der Erhaltung und teilweiser Restaurierung der Anlagen, und doch ist erst ein winziger Bruchteil geschafft. Das allein ist schon ein Maß für die Größe dieser Paläste, Tempel, Staedte, bewaesserungsanlagen, Badeanlagen, Straßen, Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken... kurz alles was ein Reich dieser Größe benötigt.
Drei Tage lang haben wir jetzt Tempel und andere Ankor Bauwerke besichtigt, teilweise von Morgengrauen bis die Sonne unterging. Und trotzdem lässt sich mir Worten kaum Beschreiben, was diese Tempel zum 8. Weltwunder macht. Aber wenn man die Sonne über Ankor Watt untergehen sieht und dieses grösstes religiöses Bauwerk der Welt und warmen, goldenen Tönen erstrahlt, dann kann man sich ein bisschen vorstellen wie es vor 1000 Jahren gewesen sein muss, als dieses Bauwerk Zentrum eines riesigen, lebendigen Reiches war. Auch heute ist durchaus noch was los in und um die Tempel herum. Grösstenteils werden sie immer noch als aktive religiöse Stätten verwendet, beim erkunden der Ruinen findet man des öfteren versteckte Buddastatuen mit qualmenden Räucherstäbchen davor, oft auch betende Menschen. Ausserdem jede Menge Touristen, sicherlich hunderte bis tausende am Tag, aber dadurch das es so unglaublich viele Bauten gibt und diese auch noch recht weitlaeufig sind, ist es mit Ausnahme der Hauptattraktionen wie Ankor Wat selber, doch recht ruhig und hin und wieder fuehlt man sich wie der erste Endtecker, wenn man man Ruinen inmitten des Dschungels findet, voellig ueberwachsen von maetigen Baumwurzeln, die sich um zarte Reliefs schlingen. Abgesperrt ist hier kaum was, was in 1000 Jahren nicht eingestuerzt ist wird schon keinem Touri auf dem Kopf fallen, und es gibt doch eine ganze Menge local guides (die wirklich jede erdenkliche Sprache sprechen koennen), die darauf achten dass nicht allzu ruecksichtslos mit diesen archaeologischen Schaetzen umgegangen wird. Zum lebenbendigem Treiben innerhalb der Tempelmauern tragen auch die unzeahligen barfuessigen kids (die juengsten koennen gerade mal laufen) bei, die mit Postkarten, schwarz kopierten Buechern oder gewebten Tuechern angelaufen kommen "Please, Mis, 10 for one dollar....". Aber so eigentlich sind diese Kids, zumindest mit verglichen mit ihren bettelnden Altersgenossen in Siem Reap, gar nicht so die Trauergestalten die sie manchmal spielen. Sicherlich ist es eine verdammt harte Konkurrenz um die Tempel herum, denn im wesentlichen verkaufen alle das gleiche zum selben Preis. Aber wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, stellt man fest das diese Kids tatsaechlich mehr als nur diesen einen englischen Satz sprechen, ja die sprache sogar teilweise fliessend beherrschen und sehr neugierig sind wo man her kommt, wie man heisst und ob es jetzt "Cool seasion" in Germany waere. Wenn man angibt, aus Deutschland zu kommen, nicken sie gleich wissend "capital berlin" und einer fragte uns, ob wir euro-muenzen dabei haetten. Cambodia hat zwar drei waehrungen, und wechselgeld kriegt man oft in gemischen einheiten, aber muenzen sind keine dabei. Viele von ihnen gehen abends in die "private school" um english zu lernen, und nicht nur englisch. Einige male wurden wir von kids auf deutsch angesprochen, die offensichtlich ein paar Worte unserer Unterhaltung ueberhoert hatten und die Sprache erkannt hatten. Da war ich schon etwas baff.
Zwar haben sich die Erbauer von Ankor Watt und den anderen Monumenten sicherlich nicht vorgestellt, das ihre Kinder 1000 Jahre spaeter mit triefender Nase herumlaufen wuerden um Postkarten an Pauschaltouristen zu verkaufen, aber doch gibt es glaube ich viel Hoffnung in diesem Land, dessen juengere Geschichte eine aneinaderreihung von Katastrophen ist. Die USA, die das Land im Rahmen des Vietnamkrieges bombadierten, die Khmer Rouge die dadurch an die Macht kamen und die ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Sozio-oekonomischen Experiment starteten das millionen von Khmern das Leben kostete und Millionen weitere durch Landminenen verstuemmelte. Die Blindgaengern unter den US Bomben taten das Uebrige. Heute besuchten wir ein Landminen Museum, im wesentlichen ein Ein-Mann-Laden von einem ehemaligen Kindersoldat der Khmer Rouge, der damals mit 10 anfing Minen zu legen und sie heute raeumt und ein Teil seiner "Beute" dort ausstellt. Direkt nebenan, durch den Toursimus des Museums finanziert, eine Schule und ein Heim fuer Kinder, die durch Landminen Gliedmassen verloren haben. Und doch sind die Leute hier unglaublich froehlich, und unser Tuk-tuk-Fahrer fuer die drei Tage liess keine Gelegenheit aus um uns auf den Arm zu nehmen und sich koestlich drueber zu amuesieren.














Gäbe es nicht die Tempel von Ankor als Zeitzeugen einer früheren Zeit, würde man kaum glauben das von diese Region einmal ganz Cambodia und große Teile vom heutigen Thailand, Laos und Vietnam behherrschte, ja sogar Teile Südchinas. Etwa von 800 bis 1400 nach Christus war die Blütezeit dieses Königreiches, und neben großen Eroberungen waren die Gott-Könige dieser Zeit vor allem mit einem beschäftigt: Gigantische Städte, Heiligtümer und weitere Monumente zu errichten. Und heute noch zeugen die Tempel von Ankor davon, gigantische Ruinen, teilweise völlig verschlungen im Dschungel und seit Jahrhunderten vergessen, teilweise mit internationaler Hilfe etwas restauriert. Seit gut 100 Jahren ist beschäftigt sich die internationale Gemeinschaft mit der Erhaltung und teilweiser Restaurierung der Anlagen, und doch ist erst ein winziger Bruchteil geschafft. Das allein ist schon ein Maß für die Größe dieser Paläste, Tempel, Staedte, bewaesserungsanlagen, Badeanlagen, Straßen, Krankenhäuser, Schulen, Bibliotheken... kurz alles was ein Reich dieser Größe benötigt.
Drei Tage lang haben wir jetzt Tempel und andere Ankor Bauwerke besichtigt, teilweise von Morgengrauen bis die Sonne unterging. Und trotzdem lässt sich mir Worten kaum Beschreiben, was diese Tempel zum 8. Weltwunder macht. Aber wenn man die Sonne über Ankor Watt untergehen sieht und dieses grösstes religiöses Bauwerk der Welt und warmen, goldenen Tönen erstrahlt, dann kann man sich ein bisschen vorstellen wie es vor 1000 Jahren gewesen sein muss, als dieses Bauwerk Zentrum eines riesigen, lebendigen Reiches war. Auch heute ist durchaus noch was los in und um die Tempel herum. Grösstenteils werden sie immer noch als aktive religiöse Stätten verwendet, beim erkunden der Ruinen findet man des öfteren versteckte Buddastatuen mit qualmenden Räucherstäbchen davor, oft auch betende Menschen. Ausserdem jede Menge Touristen, sicherlich hunderte bis tausende am Tag, aber dadurch das es so unglaublich viele Bauten gibt und diese auch noch recht weitlaeufig sind, ist es mit Ausnahme der Hauptattraktionen wie Ankor Wat selber, doch recht ruhig und hin und wieder fuehlt man sich wie der erste Endtecker, wenn man man Ruinen inmitten des Dschungels findet, voellig ueberwachsen von maetigen Baumwurzeln, die sich um zarte Reliefs schlingen. Abgesperrt ist hier kaum was, was in 1000 Jahren nicht eingestuerzt ist wird schon keinem Touri auf dem Kopf fallen, und es gibt doch eine ganze Menge local guides (die wirklich jede erdenkliche Sprache sprechen koennen), die darauf achten dass nicht allzu ruecksichtslos mit diesen archaeologischen Schaetzen umgegangen wird. Zum lebenbendigem Treiben innerhalb der Tempelmauern tragen auch die unzeahligen barfuessigen kids (die juengsten koennen gerade mal laufen) bei, die mit Postkarten, schwarz kopierten Buechern oder gewebten Tuechern angelaufen kommen "Please, Mis, 10 for one dollar....". Aber so eigentlich sind diese Kids, zumindest mit verglichen mit ihren bettelnden Altersgenossen in Siem Reap, gar nicht so die Trauergestalten die sie manchmal spielen. Sicherlich ist es eine verdammt harte Konkurrenz um die Tempel herum, denn im wesentlichen verkaufen alle das gleiche zum selben Preis. Aber wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt, stellt man fest das diese Kids tatsaechlich mehr als nur diesen einen englischen Satz sprechen, ja die sprache sogar teilweise fliessend beherrschen und sehr neugierig sind wo man her kommt, wie man heisst und ob es jetzt "Cool seasion" in Germany waere. Wenn man angibt, aus Deutschland zu kommen, nicken sie gleich wissend "capital berlin" und einer fragte uns, ob wir euro-muenzen dabei haetten. Cambodia hat zwar drei waehrungen, und wechselgeld kriegt man oft in gemischen einheiten, aber muenzen sind keine dabei. Viele von ihnen gehen abends in die "private school" um english zu lernen, und nicht nur englisch. Einige male wurden wir von kids auf deutsch angesprochen, die offensichtlich ein paar Worte unserer Unterhaltung ueberhoert hatten und die Sprache erkannt hatten. Da war ich schon etwas baff.
Zwar haben sich die Erbauer von Ankor Watt und den anderen Monumenten sicherlich nicht vorgestellt, das ihre Kinder 1000 Jahre spaeter mit triefender Nase herumlaufen wuerden um Postkarten an Pauschaltouristen zu verkaufen, aber doch gibt es glaube ich viel Hoffnung in diesem Land, dessen juengere Geschichte eine aneinaderreihung von Katastrophen ist. Die USA, die das Land im Rahmen des Vietnamkrieges bombadierten, die Khmer Rouge die dadurch an die Macht kamen und die ein in der Geschichte der Menschheit einmaliges Sozio-oekonomischen Experiment starteten das millionen von Khmern das Leben kostete und Millionen weitere durch Landminenen verstuemmelte. Die Blindgaengern unter den US Bomben taten das Uebrige. Heute besuchten wir ein Landminen Museum, im wesentlichen ein Ein-Mann-Laden von einem ehemaligen Kindersoldat der Khmer Rouge, der damals mit 10 anfing Minen zu legen und sie heute raeumt und ein Teil seiner "Beute" dort ausstellt. Direkt nebenan, durch den Toursimus des Museums finanziert, eine Schule und ein Heim fuer Kinder, die durch Landminen Gliedmassen verloren haben. Und doch sind die Leute hier unglaublich froehlich, und unser Tuk-tuk-Fahrer fuer die drei Tage liess keine Gelegenheit aus um uns auf den Arm zu nehmen und sich koestlich drueber zu amuesieren.
Freitag, 19. Dezember 2008
Siam Reap, Cambodia
Gruesse aus Siam Reap, Cambodia. Bangkok haben wir unbeschadet ueberstanden, und sind nach einer 10 Stunden Busfahrt hier angekommen, Ausgangspunk fuer Ankor Wat, Mutter aller Tempel. Die geteerte Strasse endetet an der Grenze, aber die Fahrt auf der roten, staubigen "Strasse" durch endlose Reisfelder war fantastisch. Die Tempel locken hier ziehmliche Massen an Touris an, es gibt ein Hotel nach dem anderen. Aber sobald man ein paar Meter zu Fuss aus den Touri-zentren weglaeuft ist man wieder komplett unter Locals auf der staubigen Strasse, mit Strassenverkauefern auf beide Seiten und natuerlich tuk-tuks ohne Ende. Sind gerade dabei die Stadt zu erkunden und den Unterschied zwischen Local und Touri Preisen herauszufinden. Und den korrekten Umrechnungskurs, nachdem die hier in 3 waehrungen gleichzeitig rechnen...
Bangkok
Wenn Bangkok tatsaechling aufgrund der juengsten politischen Ereignisse unter einem dramatischen Rueckgang der Touri-zahlen leidet, dann moechte ich ja glaub ich gar nicht wissen was in dieser Stadt zu Hochzeiten los ist. Denn auch so schon waren in dieser Stadt, oder zumindest in einigen Stadtvierteln, eindeutig mehr weisse Touris als Locals. Und dementsprechend war die Gefahr, von Tuk-tuk-Fahrern die mehr als den 10-fachen Preis verlangten oder von etwas dubiosen Touri-geschaeften abgezogen zu werden deutlich groesser als aufgrund der politischen Lage in Schwierigkeiten zu kommen. Vor zwei Tagen wurde der neue Premierminister vereidigt, aber abgesehen von einer open-air-grossveranstaltung mit jeder Menge roter T-shirt mit der aufschrift "truth today", war davon auf den Strassen nichts mitzukriegen. Abgesehen davon haben wir ein paar wirklich schoene Maerkte und Tempelanlagen gesehen (Sebastian hat endlich eine Tasche gefunden :-), aber trotzdem hat mir Bangkok nicht wirklich gut gefallen. Seit ich hier unten in Sued-ost-asien bin, ist Bangkok die erste Stadt wo ich wirklich staendig das Gefuehl hatte es gibt da jede Menge Leute, die nicht mir dir handeln wollen sondern die dich wirklich abziehen wollen. Muss jetzt erst wieder dieses Misstrauen langsam ablegen. Der Typ der fuer uns den Trip zur Grenze organisiert hat, hat mir wirklich leid getan. Keiner von uns hat ihm getraut und staendig hat irgendwer Stress geschoben wenn er uns kurz allein gelassen hat oder unsere Paesse haben wollte. Aber am Ende hat er's wirklich nur ehrlich gemeint, und das ganze war fuer ihn auch noch ein verlustgeschaefft weil er nur 6 Leute in seinem 47-Plaetze Bus hatte...
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Prachuap Khiri Khan, Bericht + Fotos
So langsam kann ich verstehen, warum Thailand unter Touristen das beliebteste Land Suedostasiens ist. Eigentlich hatten wir nicht vor, lange in Thailand zu bleiben, zusehr hatte ich das Bild von mit Touris bevoelkerten Straenden und Sextourismus im Kopf. Prachuap Khiri Khan, oder "Prachuapkhirikhan", wie auf den Strassenschildern zu lesen ist (sofern in lateinischer Schrift geschrieben), war ein Schuss ins Blaue und ein voller Glueckstreffer. Auf der Suche nach einem Ort fuer einen Zwischenstop auf der 22h-Reise von Penang nach Bangkok, hoerte sich die 5-Zeilen-Beschreibung im LP nicht schlecht an. Nur die absolute Unausprechickeit des Namens dieser 27.000 Einwohnerstadt war ein kleiner Minuspunkt, vor allem als wir dem Busfahrer klarmachen wollten, wo er uns rausschmeissen sollte.
So standen wir dann am 15.12., 2 Uhr morgens, noch recht verschlafen ploetzlich mit unseren Rucksaecken neben der Landstrasse. Erstaunlich unproblematisch fanden wir uns keine halbe Stunde spaeter in einem guenstigem Hotelzimmer mit Meeresblick wieder, mitten im Stadtzentrum. Prachuap Khiri Khan stellte sich als ruhiges, gemuetliches und uebersichtliches Staedtchen heraus mit ueberraschend vielen wirklich interessanten Attraktionen. Die Frau im Touristenbuero sprach fliessend english und konnte uns eine Menge ueber die Stadt und Umgebung erzaehlen, haeufig genug fand man Hinweisschilder und Landkarten in lateinischer Schrift. Sprich eine
Stadt perfekt ausgelegt fuer Tourismus - aber ausser uns kein Touri (zumindest kein Westener weit und breit in Sicht).
Die Stadt ist nach Osten hin von einem richtig schoenen Sandstrand + Uferpromenade begrenzt (zumindest bei Ebbe, bei Flut sprizt das Wasser gerne Mal auch auf die Uferpromenade), nach Norden hin schmiegt sie sich an einen Huegel, auf dessen Spitze eine beeindruckende buddhistische Tempelanlage thront. Steile Stufen fuehren hinauf auf den Gipfel, wo innerhalb einer Ummauerung mehrere wudnerschoen verzierte und gutgepfegte Gebaeude und Baeume zu finden sind.
Der extrem gute Zustand ist vor allem dann ueberraschend, wenn man sieht wie unglaublich ruecksichtslos die Bewohner mit der Anlage umgehen. Aus Jux und Tollerei werden die mit wunderschoenen roten Ziegeln bedeckten Gebaeude abgedeckt und die Ziegel meterweit den Berg heruntergeschleudert. Eines der Gebaeude dient offensichtlich nicht als Andachtsraum sondern als Toilette. Sowieso ist von Andacht da oben wenig zu spueren. Die Bewohner lungern auf den Stufen herum, schon auf den Stufen nach oben fuehlt man sich von den nach Essen bettelnden Gestalten fast schon belaestigt. Keine Angst, ich rede nicht von buddhistischen Moenchen, der Tempel ist vielmehr eine Affenhochburg. Und diese Malaccen haben sich absolut perfekt an ihren neuen Lebensraum angepasst. Als wir auf dem Weg nach oben einen Affen sahen, der sich eine Glassflasche geschnappt hatte und damit auf einem Stein sass, dachte ich noch, hoffentlich verletzt er sich nicht. Aber als er dann die Flasche ohne zu zoegern aufschraubte (!!!) und dann den Kopf in den Nacken legte und die Flasch mit beiden Haenden zum Mund hob, um noch die letzten Tropfen rauszubekommen dachte ich ich seh nicht richtig! Oben wimmelte es dann nur so von den Tieren, und wir waren ja kurz davor einen der Affen zu bitten ob er nicht ein foto von uns beiden machen koennte. Wuerde mich nicht wundern wenn der das gekonnt haette - allerdings haette er dann vermutlich versucht meine Kamera unten in der Stadt auf dem Markt zu verkaufen.
Noerdlich dieses Affenhuegels liegen die letzten Auslaeufer von Prachuap Khiri Khan entlang einem wunderschoenem Sandstrand, wo das warme Meer nur so zum Baden einlaedt. Hier stolperten wir dann auch ueber unsere Traumhuette und beschlossen noch einen Tag laenger zu bleiben. Auf der einen Seite das Meer, auf der anderen Seite ein Fluss mit Schilufer und dazwischen auf dem schmalem Landstreifen kleine Basthuetten auf Stelzen. Und das fuer etwa 5 Euro pro nacht - fuer zwei personen.
Abends/Nachts feierte Prachuap Khiri Khan während wir da waren ein 10-Tage-Festival mit Nightmarket, Jahrmarktbuden, Spiel- und Spaß für die Kids, Sportwettkämpfen, Bühnenveranstaltungen... Der ideale Ort um thailändische Küche zu probieren, und die ist wirklich ausgezeichnet. Irgendwie haben wir zur Zeit ein Talent dafür zu irgendwelchen Festen aufzukreuzen – oder die Menschen hier feiern einfach unglaublich gerne und oft.
Für die nächsten zwei Tage mieteten wir uns ein Moped, um auch die Umgebung erkunden zu können. Das Anfahren ist zwar noch etwas unkontrolliert, vor allem mit jemanden hintendrauf, aber abgesehen davon bin ich inzwischen ganz stolz auf meine Moped-Fahr-Künste. Auf einer ruhigen Küstenstraße, am Sandstrand entlang, macht Fahren lernen natürlich auch deutlich mehr Spass als in München ;-).
Südlich von Prachuap, eine Meeresbucht weiter, ist ein wirklich traumhafter Strand, Ao Manoi. Minuspunkt sind allerdings die Quallen, und etwas gewöhnungsbedürftig war auch dass dieser Strand mitten auf einem Militärübungsplatz war. Und wieder englischsprachige Straßenschilder, Hinweisschilder auf „Historical Park“, „Tourist Information Center“ (ok, war nur eine Hotelrezeption wo niemand englisch sprach), „Beach“ etc – aber den Strand hatten wir dann komplett für uns. An einem Abschnitt waren hunderte von Liegestühlen aufgebaut – aber komplett leer. Erst am frühen Abend ließen sich dort ein paar Locals blicken. Auch direkt hier in der Naehe stiessen wir auf eine weitere Affenherde, diesmal allerdings schwarze Tiere mit einer weissen "Brille". Nachdem diese Affen uns komplett ignorierten konnten wir aus direkter Naehe beobachten, wie sich von Baum zu Baum, bzw. von Baum zu Stromleitung zu Baum sprangen, sich gegenseitig lausten, etc.
Faszinierend war auch der „King Mongkut Memorial Park of Science & Technology “, der unter anderem ein riesiges Auquarium mit modernster Ausstattung beherbergt. Wir kamen gerade rechtzeitig zur Fütterung der Haie und konnten beobachten wie ein Taucher in das Haibecken hinabstieg um dort kleinere Fische zu verfüttern. Begeistert war ich auch von den riesigen Schildkröten, die sich in einem open-air-becken tummelten. Und wieder, wäre nicht gegen Ende unseres Besuches ein Bus mit einer Schulklasse aufgetaucht, wären wir die einzigen Besucher gewesen.
Nördlich von Prachuap erhebt sich wieder ein kleiner Hügel in der sonst absolut flachen Landschaft, und bereits die Tempelanlage am Fuß des Hügels deutet darauf hin, dass auch dieser Hügel mal wieder ein buddhistischen Heiligtum ist. Das erklimmen der steilen Stufen den Berg hinauf lohnt sich – oben ist eine riesige Höhle in der eine gigantische, liegende Buddha Statue und einige sitzende Buddha Statuen zu finden sind.
Etwa 10 km Fahrt von Prachuap Richtung Südwesten, zunächst durch Palmenplantagen und dann durch hügeliges, fast schon gebirgiges Gelände und plötzlich endet der Asphalt und man steht auf einer Schotterstraße, vor uns ein große Betonkonstruktion – die Grenze zu Myanmar. Praktisch direkt auf der Grenze ist ein kleiner Markt aus Holzbuden, vor allem alle mögliches Pflanzen und kunstvoll geschnitze Holzprodukte werden hier verkauft, aber auch Getränke – und ganz tolle Decken. Somit sind wir jetzt gerüstet für den „Winter“ in Cambodia und Laos.
Die Verlockung war schon groß, gleich an einer der ersten Stationen unserer Reise für längere Zeit zu versacken, vor allem weil es da noch diesen Nationalpark mit freilebenden Elefanten gegeben hätte. Aber nach drei Tagen war es wirklich wieder Zeit aufzubrechen Richtung Norden, und einen Elefanten haben wir auch so gesehen: Eine 12-jährige Elefantendame spazierte abends durch die Straßen von Prachuap in Begleitung einer Frau die frische Bambusstückchen verkaufte mit denen man dann den Elefanten füttern durfte. Der nahm einen dann mit seinem Rüssel nicht nur erst die Bambusstückchen einzeln aus der Hand um sie sich dann in den Mund zu schieben, sondern am Ende auch die Plastiktüte, die er dann nach oben reichte wo sie ein Junge entgegenahm der rittlings hinter seinen Ohren saß. Zumindest ein umweltbewusstes Geschöpf hier in Südostasien ;-).
Und noch einen weiteren neuen Freund haben wir in Prachuap kennengelern, seine Lieblingsspeise sind Erdnuesse:
Schließlich, am 18.12. um ein Uhr morgens, ging es dann wieder weiter, nächstes Ziel: Bangkok.
Dienstag, 16. Dezember 2008
Prachuap Khiri Khan (2)
Bin Moped gefahren! Ganz selber. Mit Sebastian hinten drauf :-). Traumstraende, ein perfekt ausgebauter Touri-Park mit genialem Aquarium aber ohne Touristen weit und breit, ein absoluter Traumstrand mitten im Militaersperrbezirk aber ausgeschildert als waere man in einer Touristenhochburg. Aber wieder kein Touri zu sehen ausser uns. Und heute Abend mit dem Moped einen Elefanten auf der Strasse ueberholt. Ich erzaehle bei Gelegenheit mehr und dann auch der Reihe nach ;-). Morgen fahren wir in einen Nationalpark und am Tag drauf weiter nach Bangkok.
Montag, 15. Dezember 2008
Prachuap Khiri Khan, Thailand
Nicht das wir den Namen dieses Ortes inzwischen auch nur halbwegs korrekt aussprechen koennen, aber irgendwie hat uns der Busfahrer trotzdem verstanden und uns um halb 2 Uhr morgens mitten auf der Landstrasse bedeutet, das wir hier aussteigen muessten. Einen Tag spaeter, nachdem wir zum ersten Mal Heuschrecken gegessen haben, tuk-tuk gefahren sind, einen von einer Affenhorde bewohnten Budda-Tempel mit gigantischer Aussicht gesehen haben und im Golf von Thailand geschwommen sind, kann ich sagen: Super Ort fuer einen Zwischenstop auf der 22h-Reise von Penang nach Bangkok. Absoluter Volltreffer :-). Morgen wollen wir Moped mieten und die Umgebung anschauen.
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Pinang, Malaysia
Etwa 10 Stunden Busfahrt von Johor Baruh nach Butterworth, die komplette Westküste Malaysia's hoch. Dann mit der Fähre rüber nach Georgetown auf Pinang. In Georgetown trafen wir Puls, der uns auch schon ein Hostel organisiert hatte.

An dem Abend spazierten wir noch etwas planlos in der Stadt herum, wir fanden tolles Essen (Lok lok - ein Stand an dem es hauptsächlich Fisch in allen Variatonen (aber auch etwas Gemüße, Frühlingsrollen, etc.) auf Schaschliekspieße aufgespießt gibt. Man nimmt sich Spieße, taucht sie gegebenfalls kurz in einen Topf mit kochendem Wasser und nimmt sich noch Sauce dazu. Nachdem man satt ist, zählt man die farblich markierten Schaschlikspieße auf seinem Teller und zahlt entsprechend). Außerdem genossen wir endlich wieder bezahlbares Bier und tauschten natürlich jede Menge Reiseerfahrung aus.
Auch bei Tageslicht ist Georgetown wirklich sehenswert. Pinang Hill ist die höchste Erhebung der Insel und die Stadt Georgetown liegt direkt am Fuße diees Hügels. Hinauf führt ein kleiner Pfad mit vielen Treppenstufen durch den Dschungel. Am Fuße des Hügels wimmelte es nur so von Affen, oben waren es dann deutlich weniger. Dafür gab es umsonst Kaffee und einen recht beeindruckenden Ausblick auf Georgetown und auch bis Mainland Malaysia.

Am Abend bekamen wir noch das größte Lighting Festival Malaysias zu sehen, eine Hindu-Festival bei dem das Tempelgelände und der Weg dort hin (ein Stückchen den Berg rauf) mit möglichst vielen Lichtern erhellt wird. 7500 Lichter erzählt uns einer der Organisatoren stolz. Dabei kann jeder mitmachen und Öllampchen anzünden, vor allem für die Kinds dort war das natürlich ein Riesenspaß.

Tag zwei auf Penang, Malaysia. Diesmal geht es in den Südwesten der Insel, zu einem kleinem Nationalpark. Ein schmaler Pfad durch den Dschungel führt durch hügeliges Gelände ziemlich direkt an der Küste entlang nach „Monkey Beach“. Zwar haben wir dort keine Affen gesehen, und auch die im Lonely Planet versprochene Abgeschiedenheit des Strandes war mit der Tatsache, dass dort ganze Boote mit Sonnenanbetern anlandeten nicht so ganz gegeben. Auf dem Hinweg auf diesem schmalem Dschungelpfad kam ein so große Gruppe Jugendlicher gegeben das Sebastian meinte: „Ich glaube es ist Wandertag und das hier ist so was wie das Deutsche Museum..“. Ganz so schlimm war es dann doch nicht, der Strand war traumhaft schön und so lang, dass er trotzdem sehr ruhig war. Und die Boote waren für den Rückweg zum Parkeingang ganz praktisch ;-).

Teluk Bahang, das Dorf am Parkeingang, war ein netter Ort um noch etwas Zeit zu verbringen, bevor der Night Market auf der Küstenstraße zwischen Teluk Bahang und Georgetown begann. Der Butterflypark machte zwar just in dem Moment zu als wir ankamen (das scheint uns zur Zeit irgendwie recht oft zu passieren), aber direkt außerhalb des Dorfes liegt ein großer Stausee, der in der Abenddämmerungen einen richtig schönen Anblick bot. Der Night Market stellte sich als ein richtig großer Markt heraus, entlang der Küstenstraße war eine fast endlose Reihe an Buden aufgebaut, die Schmuck, Souvenirs, Kleidung, Taschen und jede Menge andere Kleinigkeiten verkauften.
Der nächste Tag war unser letzter voller Tag auf Penang. Den ganzen Vormittag über waren wir eigentlich nur damit beschäftigt uns um die Weiterreise von Penang aus zu kümmern. Der ursprüngliche Plan war, mit der Fähre nach Sumatra rüberfahren, um dann später nach Penang zurückzukommen und dann nach Thailand weiter zu reisen. Als wir allerdings erfuhren, dass die Fähren deutlich weniger oft verkehrten als wir ursprünglich angenommen hatten, beschlossen wir stattdessen direkt nach Thailand weiterzufahren. Das war auch dann sehr unkompliziert, im Busterminal gab es mehr als genug Buden die on-the-spot Tickets für Busse nach Hat Yai (Thailand) verkauften, von wo aus man dann weiter nach Norden kommt. Auch Puls bekam ohne Probleme ein Busticket nach Singapur.

Am Nachmittag bekam dann Georgetown selber, immerhin UNESCO Weltkulturerbe, auch doch noch unsere volle Touri-aufmerksamkeit. Und es ist wirklich eine schöne, ruhige Stadt. So ruhig, dass die meisten Attraktionen wie z.B. einige Tempel und das Fort, schon gegen 5 Uhr zumachen, so dass wir einige Male wortwörtlich vor schließenden Türen standen. Aber auch so gab es einiges zu sehen, zum Beispiel die Moschee Kapitan Keling, ein wirklich beeindruckendes Gebäude. Als wir noch etwas unschlüssig davor standen, forderte uns ein Gläubiger auf hereinzukommen, führte und drinnen herum und erzählte uns einiges über den Islam im Allgemeinen und die Geschichte dieser Moschee im Speziellen. Nach einem Abendessen in Little India stolperten wir über eine beeindruckende Hindu-Prozession (irgendwie zu ehren von Krischna, einer Hindu-Gottheit, so ganz genau hab ich's nicht verstanden). Zumindest haben die Inder mal wieder gezeigt dass sie wissen wie man feiert. Die Prozessionswägen wurden an langen Seilen von der ganzen Gemeinde durch die Stadt gezogen, indische Musik hallte durch die Gassen und überall tanzende und lachende Inder in ihren farbenfrohen Festtagsgewändern.


Das war dann auch unser letzter Abend in Penang, jetzt hieß es Abschied nehmen von Puls und dann am nächsten morgen in aller Frühe mit der Fähre zurück nach Butterworth, um von dort aus einen Bus in Richtung Thailand zu nehmen.
An dem Abend spazierten wir noch etwas planlos in der Stadt herum, wir fanden tolles Essen (Lok lok - ein Stand an dem es hauptsächlich Fisch in allen Variatonen (aber auch etwas Gemüße, Frühlingsrollen, etc.) auf Schaschliekspieße aufgespießt gibt. Man nimmt sich Spieße, taucht sie gegebenfalls kurz in einen Topf mit kochendem Wasser und nimmt sich noch Sauce dazu. Nachdem man satt ist, zählt man die farblich markierten Schaschlikspieße auf seinem Teller und zahlt entsprechend). Außerdem genossen wir endlich wieder bezahlbares Bier und tauschten natürlich jede Menge Reiseerfahrung aus.
Auch bei Tageslicht ist Georgetown wirklich sehenswert. Pinang Hill ist die höchste Erhebung der Insel und die Stadt Georgetown liegt direkt am Fuße diees Hügels. Hinauf führt ein kleiner Pfad mit vielen Treppenstufen durch den Dschungel. Am Fuße des Hügels wimmelte es nur so von Affen, oben waren es dann deutlich weniger. Dafür gab es umsonst Kaffee und einen recht beeindruckenden Ausblick auf Georgetown und auch bis Mainland Malaysia.
Am Abend bekamen wir noch das größte Lighting Festival Malaysias zu sehen, eine Hindu-Festival bei dem das Tempelgelände und der Weg dort hin (ein Stückchen den Berg rauf) mit möglichst vielen Lichtern erhellt wird. 7500 Lichter erzählt uns einer der Organisatoren stolz. Dabei kann jeder mitmachen und Öllampchen anzünden, vor allem für die Kinds dort war das natürlich ein Riesenspaß.
Tag zwei auf Penang, Malaysia. Diesmal geht es in den Südwesten der Insel, zu einem kleinem Nationalpark. Ein schmaler Pfad durch den Dschungel führt durch hügeliges Gelände ziemlich direkt an der Küste entlang nach „Monkey Beach“. Zwar haben wir dort keine Affen gesehen, und auch die im Lonely Planet versprochene Abgeschiedenheit des Strandes war mit der Tatsache, dass dort ganze Boote mit Sonnenanbetern anlandeten nicht so ganz gegeben. Auf dem Hinweg auf diesem schmalem Dschungelpfad kam ein so große Gruppe Jugendlicher gegeben das Sebastian meinte: „Ich glaube es ist Wandertag und das hier ist so was wie das Deutsche Museum..“. Ganz so schlimm war es dann doch nicht, der Strand war traumhaft schön und so lang, dass er trotzdem sehr ruhig war. Und die Boote waren für den Rückweg zum Parkeingang ganz praktisch ;-).
Teluk Bahang, das Dorf am Parkeingang, war ein netter Ort um noch etwas Zeit zu verbringen, bevor der Night Market auf der Küstenstraße zwischen Teluk Bahang und Georgetown begann. Der Butterflypark machte zwar just in dem Moment zu als wir ankamen (das scheint uns zur Zeit irgendwie recht oft zu passieren), aber direkt außerhalb des Dorfes liegt ein großer Stausee, der in der Abenddämmerungen einen richtig schönen Anblick bot. Der Night Market stellte sich als ein richtig großer Markt heraus, entlang der Küstenstraße war eine fast endlose Reihe an Buden aufgebaut, die Schmuck, Souvenirs, Kleidung, Taschen und jede Menge andere Kleinigkeiten verkauften.
Der nächste Tag war unser letzter voller Tag auf Penang. Den ganzen Vormittag über waren wir eigentlich nur damit beschäftigt uns um die Weiterreise von Penang aus zu kümmern. Der ursprüngliche Plan war, mit der Fähre nach Sumatra rüberfahren, um dann später nach Penang zurückzukommen und dann nach Thailand weiter zu reisen. Als wir allerdings erfuhren, dass die Fähren deutlich weniger oft verkehrten als wir ursprünglich angenommen hatten, beschlossen wir stattdessen direkt nach Thailand weiterzufahren. Das war auch dann sehr unkompliziert, im Busterminal gab es mehr als genug Buden die on-the-spot Tickets für Busse nach Hat Yai (Thailand) verkauften, von wo aus man dann weiter nach Norden kommt. Auch Puls bekam ohne Probleme ein Busticket nach Singapur.
Am Nachmittag bekam dann Georgetown selber, immerhin UNESCO Weltkulturerbe, auch doch noch unsere volle Touri-aufmerksamkeit. Und es ist wirklich eine schöne, ruhige Stadt. So ruhig, dass die meisten Attraktionen wie z.B. einige Tempel und das Fort, schon gegen 5 Uhr zumachen, so dass wir einige Male wortwörtlich vor schließenden Türen standen. Aber auch so gab es einiges zu sehen, zum Beispiel die Moschee Kapitan Keling, ein wirklich beeindruckendes Gebäude. Als wir noch etwas unschlüssig davor standen, forderte uns ein Gläubiger auf hereinzukommen, führte und drinnen herum und erzählte uns einiges über den Islam im Allgemeinen und die Geschichte dieser Moschee im Speziellen. Nach einem Abendessen in Little India stolperten wir über eine beeindruckende Hindu-Prozession (irgendwie zu ehren von Krischna, einer Hindu-Gottheit, so ganz genau hab ich's nicht verstanden). Zumindest haben die Inder mal wieder gezeigt dass sie wissen wie man feiert. Die Prozessionswägen wurden an langen Seilen von der ganzen Gemeinde durch die Stadt gezogen, indische Musik hallte durch die Gassen und überall tanzende und lachende Inder in ihren farbenfrohen Festtagsgewändern.
Das war dann auch unser letzter Abend in Penang, jetzt hieß es Abschied nehmen von Puls und dann am nächsten morgen in aller Frühe mit der Fähre zurück nach Butterworth, um von dort aus einen Bus in Richtung Thailand zu nehmen.
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