Montag, 11. August 2008

Pulau Ubin

Sitze gerade im Freien vor meinem Hörsaal und warte auf die nächste Vorlesung. Seit heute haben die Vorlesungen angefangen und es herrscht im Moment noch ziemliches Chaos. Aber gerade funktioniert meine WLAN Verbindung aus irgendwelchen Gründen nicht, deswegen kann ich mich eh erst drum kümmern wenn ich wieder daheim bin. Also kann ich derweil noch ein bisschen was erzählen von letzter Woche.

Am Donnerstag war ich mit einer Gruppe Austauschstudenten in einer Spontanaktion auf Pulau Ubin, einer kleinen Insel (ich glaube 10 Quadratkilometer groß) vor der Ostküste. Man kommt für 3 Dollar (1,50 €) per Boot hin (Fähre kann man das schon nicht nennen, dazu ist es zu klein). Dort haben wir uns Fahrräder gemietet und haben dann per Rad und per Fuß (je nach Weg ;-)) die Insel erkundet. Als wir die Fahrradverleihstelle, die noch etwas touristisch war (obwohl man sich bei 3 € pro Tag pro Fahrrad nicht wirklich beschweren kann), verlassen hatten kam ich mir vor wie auf einer Zeitreise 100 Jahre in die Vergangenheit.



Die Insel ist zu einem sehr großen Teil Naturschutzgebiet und auch im übrigen Teil der Insel hat man darauf geachtet möglichst alles in seinem ursprünglichen Zustand zu lassen. Mit Außnahme einiger geteerten Straßen und Stegen durch die Sumpfgebiete, die dem Naturschutz dienen und Besucher daran hindern sollen alles zu zertrampeln. Aber auf diesen Straßen und Stegen (und teilweise auch auf Schotterwegen, ausgewaschen Fahrrinnen und Trampelpfaden) fährt man dann durch tropischen Regenwald und durch Mangrovenwälder, an vereinzelten Plantagen und ehemaligen Steinbrüchen, Wellblech- & Holzhütten vorbei um schließlich auch an der Küste entlang zu fahren.



Die meisten Strände lassen sich gar nicht betreten sondern nur von Stegen aus bewundern, und dementsprechend unberührt sehen sie dann auch aus. Teilweise Sand-, teilweise felsige Strände, gesäumt von Mangrovenwäldern, Palmen und lauter Pflanzen von denen ich nicht die geringste Ahnung habe wie sie heißen aber die ganz tolle bunte Blüten und Früchte und riesige Blätter haben. Wenn man etwas aufmerksam ist, lässt sich auch das eine oder andere einheimische Tier entecken. Neben jeder Menge Schmetterlinge und Vögel haben wir dabei auch einen Leguan (oder Rieseneidechse oder irgendsowas in der Art) entdeckt.






Mittags setzte dann ein heftiger Regenschauer ein, der aber, wie es für Singapur typisch ist, nach etwa einer halben Stunde wieder vorbei war. Wir überstanden ihn daher in einer Hütte am Meer, die heute ein Museum beherbergt, relativ trocken. Nach einem chinesischen Mittagessen machten wir uns auf einen weiteren Teil der Insel zu erkunden und als wir gerade so wirklich mitten im Nichts waren, fing es so richtig an zu schütten. Und schütten ist gar kein Audruck, das Wasser kam in solchen Massen vom Himmel als würde da oben gerade jemand seine Badewanne auskippen. Ich war innerhalb von Sekunden so nass wie man sonst selbst im Schwimmbad nicht wird und die Wege verwandelten sich plötzlich in Bäche. Nachdem die Bäume bei den Wassermassen absolut null Schutz boten, sind wir im Weltrekordtempo zur nächsten Schutzhütte geradelt . Klatschnass bestaunten wir von dort aus die Wassermassen und wie die Hütte mehr und mehr zu einer Insel in einem schlammigen Meer wurde. Zum Glück ist es hier ja immer warm, deswegen war nass sein nicht weiter schlimm. Aber anstatt nach einer halben Stunde aufzuhören, wie es sich für ein anständiges singapurianisches Gewitter gehört, schüttete es einfach immer weiter. Nach einiger Zeit wollten wir deswegen einfach zur Bootsstation zurückfahren, nass waren wir ja eh schon. Aber da fingen plötzlich um uns herum Kokosnüsse von den Bäumen zu fallen, also beschlossen wir lieber zu warten als von einer Koskusnuss erschlagen zu werden. Stattdessen verbrachten wir unsere Zeit damit (ohne Werkzeug - nur mit bloßen Händen und einem Stein, da wir nix da hatten!) eine Kokusnuss zu öffnen und zu verspeisen. Hat noch nie so lecker geschmeckt ;-).




Übrigens habe ich bei dieser ganzen Aktion eine Physikstudentin aus Karlsruhe kennengelernt, die mich gefragt hat ob ich nicht Lust hätte am folgendem Tag mit nach Kuala Lumpur (Malaysien) zu kommen… Forsetzung folgt ;-).

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