Dienstag, 5. August 2008

Ankommen

Mein Abflug aus München ist nun schon fast eine Woche her und inzwischen habe ich hier in Singapur den wichtigsten bürokratischen Krempel erledigt - also Zeit mich mal hier zu melden. Ich hab mich hier inzwischen an der Uni eingeschrieben, mein Visum bekommen und mein Zimmer im Studentenwohnheim. Vor allem bei letzterem hab ich richtig Glück gehabt - habe ein "Type A Room" bekommen, das bedeutet mit eigenem Bad (naja, eher Nasszelle) und Klimaanlage :-).
Aber ich sollte vielleicht mal von vorne anfangen: Letzten Donnerstag ging's in München los, Freitag morgen um halb 6 (Ortszeit) sind wir in Doha gelandet - das Thermometer sagte 35° im Schatten. Wir (ich war mit noch 4 anderen TU-lern im Flieger) haben uns dann am Flughafen ein Auto gemietet und sind in die Stadt reingefahren. Ein typischer Touristenbummel durch die Stadt gestaltete sich aber dann bei inzwischen 47°C im Schatten etwas schwierig, weswegen wir uns auf die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrierten und die Strecken dazwischen immer per Auto zurücklegten (das hatte nämliche eine fantastische Klimaanlage).





Die Mittagszeit verbrachten wir im Schatten am Meer unter einer Palme liegend, und Nachmittags fuhren wir etwas aus der Stadt raus. Viel zu sehen gabs da natürlich nicht, ist ja "nur" Wüste und Strand. Ziemlich dreckiger Strand allerdings. Baden waren wir nicht, wir hätten wahrscheinlich schon beim Umziehen Sonnenbrand bekommen ;-). Am Abend, als sich die Temperatur dann langsam wieder den 40° näherte (von oben kommend), schauten wir uns schließlich noch einen recht lebhaften Markt an. Um diese Uhrzeit kamen dann auch die Einheimischen langsam aus ihren Häusern und es war eine richtig schöne Stimmung.







Die Einheimischen dort waren sowieso sehr freundlich. Zunächst war es natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, die Männer in den langen weißen Roben und die Frauen (wenn sie denn überhaupt auf der Straße waren, tagsüber haben wir sogut wie gar keine gesehen) komplett in schwarz und verschleiert. Somit sind wir natürlich sofort aufgefallen, es waren außer uns kaum Touris in der Stadt aber ich glaube gar nicht sosehr unangenehm aufgefallen. Ein junger Mann hat uns gefragt ob er sich mit uns fotographieren lassen kann und ein anderer hat uns zum Tee eingeladen, der dann auch wirklich sehr lecker war. Das Essen war überhaupt fantastisch. Besonders toll fand ich "Puris", das ist sowas wie frittierte Pfannkuchen mit Dipps und wir haben uns davon (zum Frühstück) zu fünft für 3€ sattgegessen...
Nachts um halb eins ging dann unser Weiterflug nach Singapur. Als wir dort gegen Mittags Ortszeit ankamen war es zwar warm, aber im Vergleich zu Doha äußerst angenehm. Perfektes Aklimatisierungsprogramm also ;-). In Singapur hab ich seitdem vor allem Bürokratie-Zeugs erledigt, mein Wohnheim und den Campus kennengelern und den öffentlichen Nahverkehr. Der ist wirklich gut. 7-minuten Takt bei den u-bahnen und die Shuttle - Busse auf dem Campus (in Singapur läuft man selbst relativ kurze Strecken nicht zu Fuß sondern nimmt den Bus - ist auf Dauer sonst wirklich anstrengend) fahren etwa im 5 - min Takt. Wenn nicht sogar noch öfter. Alles läuft über elektronische Tickets, die man beim Ein- und Aussteigen kurz auf den Kartenleser halten muss. Außer die Shuttle-busse, die sind kostenlos. Die Anmeldung an der Uni und das Visum holen hat mich etwas an Asterix und Obelix in diesem Verrückten-Haus erinnert. Man hole das Formular A64 und laufe dann damit.... Zum Glück sind die Leute hier EXTREM hilfsbereit, man braucht bloß fragend gucken (was ich hier irgendwie am Anfang ziemlich oft getan habe) und schon ist jemand da der helfen will. Heute beim Visum beantragen war die Schlange etwa 150m lang - und das obwohl wir vor der Öffnungszeit da waren! Aber dann gings doch relativ schnell.
Außerdem habe ich mir hier in Singapur den Bird Park, Chinatown und Orchard Road (große Einkaufsstraße) schon angeschaut. Es ist schon eine echt witzige Stadt. Riesige, moderne Hochhäuser (pidgeon nests) wachsen zwischen ganz kleinen buden und tempeln hervor, die alle nur ein oder zweistöckig sind. Und überall "Food stalls" wo man für ganz wenig Geld ganz tolles Essen kriegt. Meistens muss man allerdings einfach auf das deuten was gut aussieht - 98% der Sachen hab ich noch nie gesehen. Und auch jede Menge grün in der Stadt - vor allem Palmen. Kein Wunder bei dem Wetter hier.
Das Wohnheim hier liegt direkt auf dem Campus und ist einfach riesig. Es wohenen ca. 1500 Studenten hier, es gibt einen eigenen Supermarkt, großen Sportbereich, Kantine (wobei Kantine ist das falsche Wort - es gibt nämlich gutes(!) Essen), gerüchteweise einen Swimmingpool aber den hab ich noch nicht gefunden und jede Menge Aufenthaltsräume. Werde hier bei Gelegenheit mal Photos online stellen.

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